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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX weiterhin über ein Prozent im Plus / EZB-Zinsentscheid ohne spürbare Wirkung auf den Leitindex

Der Wiener Aktienmarkt notiert am Donnerstagnachmittag nach dem EZB-Zinsentscheid sowie mehreren US-Wirtschaftsdaten weiter klar im Plus und knüpft damit an seine kräftige Kursrally vom Vortag an. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte die Leitzinsen, wie erwartet, um jeweils 25 Basispunkte, ohne den ATX merklich zu bewegen. Der heimische Leitindex legte bis 14.40 Uhr 1,18 Prozent zu auf 4.290,84 Punkte.

Der breiter gefasste ATX Prime gewann 1,22 Prozent bei 2.154,54 Einheiten. Die EZB traut der Wirtschaft im Währungsraum im laufenden Jahr nur noch 0,9 Prozent Wachstum zu. Im Dezember hatten die Notenbank ihre Erwartungen bereits um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent heruntergesetzt.

Die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe fielen deutlicher als erwartet. Zudem betrug das US-Handelsbilanzdefizit im Jänner 131,4 Milliarden US-Dollar und somit etwas mehr als prognostiziert.

"Die Volatilität an den Finanzmärkten ist angesichts der US-Zollpolitik, der geopolitischen Herausforderungen sowie der Forderungen nach immer höheren Staatsausgaben in Europa enorm", schreiben die Analysten der Helaba.

Andritz-Aktien legten nach Zahlenvorlage gut 4,3 Prozent zu. Der steirische Maschinen- und Anlagenbauer hatte 2024 ein gutes Geschäftsjahr - gemessen am Rekordjahr 2023 gingen Umsatz und Gewinn sowie die Auftragseingänge aber leicht zurück.

Zumtobel büßten hingegen deutliche 3,2 Prozent ein. Der Vorarlberger Leuchtenhersteller hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2024/25 bei leicht rückläufigem Umsatz deutlich weniger verdient als im Vorjahr.

Die auf das Geschäft in Zentral- und Osteuropa spezialisierte Addiko Bank hat im Geschäftsjahr 2024 einen höheren Gewinn erzielt. Das Ergebnis nach Steuern kletterte gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent auf 45,4 Mio. Euro. Die Titel verloren 0,3 Prozent an Wert.

Am Vortag sorgte die Ankündigung eines 500 Milliarden-schweres Infrastrukturpakets in Deutschland für sehr starke Nachfrage nach Bauwerten an der Börse. Auch am Donnerstag legten Aktien wie Wienerberger (+3,6 Prozent), Strabag (+3,2 Prozent) und Porr (+0,2 Prozent) weiter zu.

Der Salzburger Kranhersteller Palfinger erwartet durch das geplante deutsche Milliarden-Finanzpaket für Infrastruktur und Bundeswehr einen Umsatzschub ab 2026. In Deutschland entwickle sich "die Auftragsentwicklung bereits positiv", sagte Konzernchef Andreas Klauser am Donnerstagvormittag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Wenn zusätzlich in Bahn, Straßenbau, Brücken und den Militärbereich investiert werde, dann profitiere auch Palfinger. Die Aktie verteuerte sich um 5,1 Prozent.

spo/sto

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