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Wiener Aktienmarkt vorbörslich schwächer erwartet / Negative US-Vorgaben - Zollsorgen belasten - BAWAG mit Zahlenvorlage

Der Wiener Aktienmarkt dürfte am Dienstag mit Kursverlusten in den Handel starten. Eine Indikation auf den heimischen ATX stand rund 40 Minuten vor Sitzungsauftakt 1,15 Prozent im Minus. Auch die europäischen Leitbörsen werden zu Handelsbeginn tiefer erwartet.

Bereits die Übersee-Vorgaben fielen mehrheitlich negativ aus. So wurden die US-Börsen zum Wochenstart von Zoll- und Konjunktursorgen belastet. US-Präsident Donald Trump verdoppelte die im Februar angeordneten Importzölle auf Waren aus China auf 20 Prozent. Die chinesische Regierung kündigte daraufhin Gegenzölle auf US-Agrarprodukte und weitere Maßnahmen gegen amerikanische Firmen an. Parallel treten nun US-Zölle auf Einfuhren aus den Nachbarländern Kanada und Mexiko in Kraft.

Datenseitig bleibt es heute ruhig. Allerdings könnten einige Unternehmensnachrichten für Impulse sorgen: Die BAWAG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 mehr verdient und einen höheren Gewinn geschrieben. Auch die Aktionäre sollen an dem Ergebnis teilhaben, das Management will die Dividende anheben und bei der Hauptversammlung 5,50 Euro je Titel vorschlagen. Für 2023 waren 5,00 Euro je Aktie ausgeschüttet worden.

Nach langen Verhandlungen haben sich der Öl- und Gaskonzern OMV und sein Großaktionär ADNOC aus Abu Dhabi auf den Zusammenschluss ihrer beiden Petrochemie-Töchter Borealis und Borouge geeinigt. Unter dem Namen Borouge Group International soll ein Joint-Venture gegründet werden, an dem OMV und ADNOC zu gleichen Teilen beteiligt sein sollen. Gleichzeitig wurde eine Einigung über den Kauf von Nova Chemicals für 9,377 Mrd. Euro erzielt, hatte die OMV am Vorabend mitgeteilt.

Nach der Annahme des Sanierungsplans bei der KTM AG durch die Gläubiger scheidet Stefan Pierer nun endgültig aus dem Vorstand aus. Der Co-CEO legt sein Vorstandsmandat zurück, CEO Gottfried Neumeister übernimmt damit die alleinige Führung, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Am Montag hatte der ATX um 0,21 Prozent höher bei 4.156,69 Punkten geschlossen. Im Fokus standen die gestiegenen Spannungen zwischen den USA und der Ukraine, verdeutlicht durch den Eklat im Weißen Haus mit dem Abbruch des Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj am Freitagabend.

Stark gesucht waren europäische Rüstungswerte. In Wien legten Frequentis, Anbieter von Kommunikationssystemen auch für die militärische Flugsicherung, um 6,4 Prozent zu.

voestalpine knüpften mit plus vier Prozent an die seit Mitte Jänner laufende Erholung an. Gestützt haben dürfte nicht zuletzt die gute Stimmung im europäischen Automobilsektor.

Unter den weiteren Einzelwerten richteten sich die Blicke auf Jahresergebnisse des Flughafen Wien. Die vorläufigen Zahlen würden leicht über ihren eigenen sowie den Markterwartungen liegen, kommentierte Erste-Analystin Vladimira Urbankova. Die Aktien gewannen 1,1 Prozent.

Die größten Kursgewinner im prime market am Montag:

Polytec    +8,03% 2,96 Euro 
Frequentis +6,35% 31,80 Euro
Strabag    +4,63% 58,80 Euro

Die größten Kursverlierer im prime market am Montag:

EVN        -3,11% 21,80 Euro
Rosenbauer -3,02% 38,60 Euro
CA Immo    -2,49% 22,74 Euro

ger/ste

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