Österreichische Staatsanleihen im Späthandel überwiegend leichter / Heimisches BIP geht weiter zurück - Aussicht auf schuldenfinanzierte Investitionshaushalte belastet deutsche Anleihen
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben am Montag im Späthandel überwiegend leichter tendiert. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe legte um 10 Basispunkte auf 2,91 Prozent zu. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe lag bei 40 Basispunkten.
Auch im europäischen Umfeld gaben die Anleihekurse nach. Der deutsche Euro-Bund-Future verlor 0,86 Prozent auf 132,14 Punkte.
Auf den Kursen lastet laut den Experten der Deka-Bank die Diskussion um massive schuldenfinanzierte Investitionshaushalte in Deutschland und der EU insgesamt. So ist in Deutschland ein neues und größeres schuldenfinanziertes Sondervermögen nach Vorbild des 100-Milliarden-Topfes für die Bundeswehr kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Gespräch. Und auch die Debatte für ein mögliches Sondervermögen für Infrastrukturmaßnahmen nimmt offenbar Fahrt auf.
Zur Finanzierung müsste Deutschland dann wohl massiv Staatsanleihen ausgeben, was die Renditen wohl steigen lassen würde. Ökonomen sehen darin jedoch auch einen Konjunkturimpuls für die größte Wirtschaft der Eurozone.
Die österreichische Wirtschaftsleistung hat inzwischen auch im vierten Quartal 2024 nachgelassen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist laut Berechnungen der Statistik Austria zum Vorquartal real um 0,4 Prozent gesunken, im Jahresabstand lag das Minus bei 0,5 Prozent. Damit zeigt sich ein eingetrübtes Bild, das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) war in seiner Schnellschätzung Ende Jänner noch von einem Rückgang um 0,2 Prozent im Jahresabstand ausgegangen.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,20 2,21 -0,01 12 5 Jahre 2,47 2,40 +0,07 24 10 Jahre 2,91 2,81 +0,10 40 30 Jahre 3,29 3,19 +0,10 48
spa/ste