Devisen: Euro legt zum US-Dollar merklich zu
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro
Gestützt wurde der Euro durch die höher als erwartet ausgefallene Teuerung in Deutschland. Im Dezember war die Inflationsrate laut dem europäischen Verbraucherpreisindex HVPI auf 2,9 Prozent gestiegen. Dies war das dritte Plus in Folge. Die EZB strebt auf mittlere Sicht eine Rate von zwei Prozent an. Die Zahlen für den gesamten Euroraum werden am Dienstag veröffentlicht.
"Der Januar verheißt keine Entlastung für die Verbraucher", erwartet Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust. "Die Erhöhung der CO2-Abgabe, die Verteuerung des Deutschlandtickets, steigende Kosten für private Krankenversicherungen und Dienstleistungen lassen einen weiten Preisniveauanstieg um die 2,5 Prozent erwarten." Die Daten seien alles andere als ein Aufruf zu raschen Zinssenkungen durch die EZB. Bisher gehen die meisten Experten von einer weiteren Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte im Januar aus.
Noch deutlichere Gewinne gab der Euro allerdings wieder ab. Ein Medienbericht hatte die Erwartungen geschürt, dass die Zollpolitik der künftigen Regierung unter Präsident Donald Trump gegenüber der EU weniger scharf ausfallen könnte als bisher erwartet. Dieser dementierte aber umgehend den Bericht in der "Washington Post", wonach die Einführung von Zöllen auf bestimmte kritische Importe beschränkt werden solle. Der Euro gab daraufhin einen Teil seiner vorherigen Gewinne wieder ab und fiel unter 1,04 Dollar.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83098 (0,82993) britische Pfund, 163,25 (161,77) japanische Yen und 0,9396 (0,9362) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold kostete am Nachmittag in London 2.637 Dollar. Das waren 3 Dollar weniger als am Vortag./jsl/he
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