ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow knapp im Minus - Andere Indizes legen zu
NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Dienstag nach einem
verhaltenen Start letztlich ein ähnliches Bild wie am Vortag
gezeigt. Der schon zu Wochenbeginn schwächelnde Leitindex Dow Jones
Industrial dämmte sein Minus auf 0,28 Prozent ein und
beendete den Handel bei 43.268,94 Punkten. Dagegen drehte der
marktbreite S&P 500 in positives Terrain und gewann
letztlich 0,40 Prozent auf 5.916,98 Punkte. Er knüpfte damit an
seine freundliche Vortagsentwicklung an. Ähnlich sah es beim
technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 mit einem
Kursanstieg um 0,71 Prozent auf 20.684,59 Punkte aus.
Die Anleger hätten die anfänglichen Ängste vor einer Eskalation des
Ukraine-Kriegs abgeschüttelt, hieß es aus dem Markt. Nach der
US-Erlaubnis für den Einsatz weitreichender Waffen aus ihrem Land
gegen Ziele in Russland beschoss die Ukraine laut Moskauer
Verteidigungsministeriums russisches Territorium mit sechs Raketen
aus US-Produktion.
Das Nvidia-Kursplus von fast 5 Prozent ließ positive
Erwartungen an die am Mittwoch nachbörslich anstehenden Zahlen des
KI-Halbleiter-Spezialisten erkennen. Diese dürften das wichtigste
Ereignis in den noch verbleibenden Wochen des Börsenjahres sein,
noch vor dem Dezember-Zinsentscheid der US-Notenbank Fed, schrieben
die Aktienstrategen der britischen Bank Barclays.
Zwar wackelt der "Trump-Trade" zusehends, mit dem Anleger auf den
Sieg des republikanischen Kandidaten bei den
US-Präsidentschaftswahlen reagiert hatten. Von den Rekorden, die die
großen US-Indizes zuletzt aufstellten, sind die Kurse wieder etwas
zurückgekommen. Denn es besteht die Sorge, Donald Trump könnte mit
seiner Politik die Inflation anheizen und so die Bereitschaft der
Fed bremsen, die Zinsen weiter zu senken.
Nancy Tengler von Laffer Tengler Investments riet dennoch dazu, sich
nicht vom launischen Markt abschrecken zu lassen. Denn an den Börsen
werde die Gewinnentwicklung der Unternehmen gehandelt - und diese
sehe in der zu Ende gehenden Berichtssaison sehr gut aus. "Ich würde
keine Aktien vor der Veröffentlichung von Zahlen empfehlen", sagte
die Expertin. Doch sollten Nvidia danach unter Druck geraten, würde
sie zugreifen.
Walmart wartete am Dienstag mit einer erneuten
Anhebung der Jahresziele auf. Zudem übertraf der Supermarktkonzern
mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten. Die Aktien
setzten ihre Rekordjagd fort und belegten mit plus 3 Prozent den
zweiten Platz im Dow - hinter Nvidia.
Dagegen enttäuschte der Baumarktkonzern Lowe's die
Anleger, obwohl er den Jahresausblick für den Umsatz ebenfalls
erhöhte: Die Papiere büßten 4,6 Prozent ein. Die Zahlen hätten zwar
mehr oder weniger die Erwartungen erfüllt, doch nach den Resultaten
des Konkurrenten Home Depot hätten einige Investoren
wohl auf noch etwas mehr gehofft, hieß es unter Händlern.
Die Anteilscheine von Super Micro Computer setzten
mit plus 31 Prozent ihre Erholungsrally vom Vortag fort. Bereits am
Montag war darüber spekuliert worden, dass der einst als KI-Gewinner
gehandelte Serverspezialist einen Zwangsrückzug von der Börse wegen
eines verschobenen Jahresabschlusses noch vermeiden kann.
Mittlerweile wurde ein konkreter Plan vorgestellt. Mit einem neuen
Prüfer sollen die Anforderungen der Nasdaq-Börse in letzter Minute
erfüllt werden.
Die Aktien des Kryptowährungs-Marktplatzes Bakkt
verloren am Ende 0,7 Prozent, nachdem sie am Vortag um mehr als 160
Prozent nach oben gesprungen waren. Grund für die Euphorie ist die
anhaltende Übernahmefantasie. Kreisen zufolge befindet sich die
Trump Media & Technology Group des designierten
US-Präsidenten in entsprechenden Verhandlungen. Deren Papiere
verloren 8,9 Prozent, nachdem sie am Montag noch gestiegen waren.
Der wenig bewegte Euro blieb mit 1,0596 US-Dollar im
jüngsten Stabilisierungsmodus, nachdem er am Dienstag zeitweise
erstmals seit über einem Jahr unter 1,05 Dollar gefallen war. Die
Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Freitag auf
1,0578 (Montag: 1,0552) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit
0,9453 (0,9476) Euro.
US-Staatsanleihen legten etwas zu. Der Terminkontrakt für
zehnjährige Papiere (T-Note-Future) stieg um 0,14 Prozent auf 109,78
Punkte. Die Rendite für diese Papiere sank im Gegenzug auf 4,39
Prozent./gl/he