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Immofinanz braucht wohl zumindest 800 Millionen Euro und Raiffeisen Bank vor Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen

Christoph Schultes zu UBM

Wir bestätigen unsere Kaufempfehlung für die UBM Aktie und erhöhen unser Kursziel auf EUR 46,50. Das Unternehmen macht grosse Fortschritte was die Reduktion der Nettoverschuldung betrifft. Alleine in der ersten Jahreshälfte konnte die Nettoverschuldung um EUR 165 Mio. reduziert werden. Das Ziel für das Gesamtjahr ist eine Nettoverschuldung von EUR 550 Mio., und dieses Ziel könnte das Unternehmen durchaus unterbieten. Was ebenfalls für eine Kaufempfehlung spricht sind die niedrigen KGVMultiples und die attraktive Dividendenrendite.

Ausblick. Ein Programm zur Steigerung der Effizienz soll helfen, jährlich Kosten in Höhe von EUR 12 Mio. einzusparen. Daneben versucht das Unternehmen die Finanzierungskosten zu senken. Das gerade durchgeführte Anleihe-Umtausch Programm war ein erster Schritt dazu und bringt rund EUR 1,4 Mio. jährlich. Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir weitere Verkäufe bestehender Immobilien und eine weitere Senkung der Nettoverschuldung.

Christoph Schultes zu Immofnanz

In dieser Woche haben wir einen neuen Bericht veröffentlicht, in dem wir unsere Akkumulieren-Empfehlung bestätigen und das Kursziel für die Immofinanz-Aktie auf EUR 2,40 erhöhen. Die Gründe hierfür sind einerseits das sich abzeichnende Ende des Russland-Engagements und andererseits der zuletzt gezeigte verbesserte Cashflow. Zudem wurde bei der incentivierten Wandlungseinladung eine Annahmequote von 88,6% erzielt. Sollte man nach einem erfolgreichen Abschluss des Verkaufs des Russland-Portfolios ein Investment Grade Rating erhalten, würde das Unternehmen Kupon-Zahlungen in Höhe von jährlich EUR 1,5 Mio. einsparen. Zudem weist die Immofinanz schon jetzt eine deutlich verbesserte Bilanz auf. Der LTV exklusive Russland ist auf unter 43% gesunken.

Ausblick. In den nächsten Tagen bzw. Wochen erwarten wir die Bekanntgabe des erfolgreichen Abschlusses der Verhandlungen zum Verkauf des Russland-Portfolios. Ein Verkaufspreis von über EUR 800 Mio. sollten unserer Meinung nach positiv vom Markt aufgenommen werden. Danach sollten die Gespräche mit der CA Immo wieder aufgenommen werden, mit der man ja bekanntlich eine Fusion anstrebt.

Vladimira Urbankova zu D0&Co

In unserer jüngsten Analyse haben wir unsere Empfehlung für die DO&COAktie von Halten auf Akkumulieren angehoben, das Kursziel aber gleichzeitig von zuletzt EUR 70,5 auf EUR 48,5 herabgesetzt. Der Senkung des Kursziels liegt unser Worst-Case-Szenario betreffend die weitere Kooperation mit dem grössten Kunden, Turkish Airlines, zugrunde. In diesem Szenario erhält die DO&CO den Zuschlag für den dritten Flughafen in Istanbul nicht. Der damit einhergehende Wegfall der Umsatzerlöse und Profitbeiträge (ab dem Q4 2019/20) wirkt sich natürlich deutlich negativ auf unsere Bewertung aus. Sollte die strategische Partnerschaft mit Turkish Airlines in der Zukunft unverändert weitergeführt werden, wäre unser Kursziel bei EUR 65,3, also deutlich über dem derzeitigen Kurs.

Ausblick. Für das GJ 2017/18 erwarten wir im Jahresvergleich einen leichten Umsatzrückgang (um 5,8% auf EUR 860,3 Mio.) bei einer stabile EBIT-Marge von 6,1%. Für den Nettogewinn erwarten wir EUR 21,5 Mio., bzw. EUR 2,21 pro Aktie (bisher: EUR 2,33). Der prognostizierte Umsatzrückgang ist u.a. auf das Sparprogramm der Turkish Airlines und die schwache türkische Lira zurückzuführen. Zudem fehlt heuer ein Grossvertrag wie jener der UEFA EURO 2016 in Frankreich im Vorjahr. Die Unsicherheit um den Vertrag mit der Turkish Airlines hat den Aktienkurs in letzter Zeit stark unter Druck gebracht. Wir halten das für übertrieben und denken, dass der langfristige Wettbewerbsvorteil des Unternehmens dabei übersehen wird. Unterstützen würde die DO&CO-Aktie eine Erholung der türkischen Luftfahrtindustrie, eine stärkere türkische Lira oder der Abschluss eines neuen Grossvertrages im Airline Catering, zum Beispiel mit British Airways.

Thomas Unger zu Raiffeisen Bank International

In unserem heute veröffentlichten Unternehmensbericht zur Raiffeisen Bank Int. (RBI) haben wir unser Kursziel erhöht, es steigt von bisher EUR 23,0 auf EUR 33,0. Aufgrund des geringeren Aufwärtspotentials wurde die Aktie von Kaufen auf Akkumulieren herabgestuft.

Ausblick. Nach dem sehr starken Halbjahresergebnis konnten wir unsere Prognosen für das laufende Geschäftsjahr deutlich erhöhen. Wir gehen für heuer von einem Nettogewinn von EUR 997 Mio. bzw. EUR 3.03 je Aktie aus. Weiterhin erwarten wir, dass die RBI mit den Gewinnen 2017 die Dividendenzahlungen wieder aufnehmen wird, unsere Prognose für die Ausschüttung liegt bei EUR 1,21 je Aktie.

Daniel Lion zu Porr

Ausblick. Nach dem starken Wachstum der vergangenen Jahre ist PORR aktuell damit beschäftigt die heurigen Akquisitionen in Deutschland und Österreich, Kostenüberschreitungen in Deutschland und die Schwierigkeiten, die sich aus dem Embargo gegen Katar ergeben haben, zu verdauen. Zusätzlich bleibt der Fokus darauf ausgerichtet, die Marktpräsenz in Deutschland weiter auszubauen, auch mit dem Ziel, die Profitabilität in Richtung 2% Vorsteuermarge anzuheben. Für heuer erwarten wir für Deutschland eine Vorsteuermarge im leicht negativen Bereich, bei einem Umsatzanteil von ca. 25%. Das Embargo gegen Katar könnte sich trotz der Kosten und den Aufwand für die Verlagerung der Logistik ins Land als vorteilhaft für PORR erweisen. Während die Zusatzkosten wohl zumindest zum Teil vom Auftraggeber übernommen werden, eröffnet die dem Land entgegengebrachte Loyalität und rasche Lösungsfindung, um die derzeitigen Bauprojekte rechtzeitig fertigzustellen, weiteres Geschäftspotenzial. In Summe befindet sich PORR aktuell in einer Übergangsphase, die aus unserer Sicht noch einige Quartale dauern wird. Das ausgegebene Ziel, eine Vorsteuermarge von 3% im Jahr 2019 zu erreichen, sehen wir als sehr ambitioniert. Daher reduzieren wir unser Kursziel auf EUR 27,5 (von EUR 36,9) und erhöhen unsere Empfehlung auf Halten (von Reduzieren).

Vera Sutedja zu Telekom Austria

In dieser Woche haben wir einen neuen Sektor-Bericht veröffentlicht, in dem wir unsere Halten-Empfehlung für die Telekom Austria bestätigen und das Kursziel bei EUR 8,0 belassen. Das Geschäftsmodell der Telekom basiert auf dem Zusammenwachsen von Festnetz und Mobilfunk (Konvergenz), ausgenommen davon ist Serbien. Das Unternehmen kann eine starke Cash Flow von 12-13% des Umsatzes, eine stabile EBITDA-Marge von rd. 32% und einen schnellen Entschuldungsprozess vorweisen. Selbst bei einem Erwerb des 700/1500/2100 MHz Spektrums um rd. EUR 200 Mio., erwarten wir einen Rückgang der Verschuldung (ND/EBITDA) von 1,8x im Jahr 2017 auf 1,2x im Jahr 2019. Das Marktumfeld wird derzeit von einer Konsolidierung gekennzeichnet, der kleinste Mobilfunkanbieter in Österreich Drei versuchte zuletzt den grössten Anbieter Tele2 zu übernehmen. Eine Akquisition würde einen Konvergenz-Anbieter mit rd. 4 Mio. RGUs und rd. EUR 1 Mrd. Umsatz schaffen. Der Deal würde den Marktanteil von Drei am B2B-Markt von 12% auf 22% erhöhen.

Ausblick. Aktuell sehen wir mehr Potential nach oben als Risiken für die Zielerreichung des Geschäftsjahrs 2017. Das geplante Umsatzwachstum von +1% im Vergleich zum Vorjahr erscheint im Vergleich zu dem Wachstum der ersten 9 Monate von 4,3% konservativ. Als Risiko bliebt die Abwertung des weissrussischen Rubels (YTD -5%). Nichtsdestotrotz liefert das weissrussische Geschäft eine starke operative Performance und sollte die negativen Währungseffekte mehr als kompensieren. Telekom Austria erwartet ausserdem das Konsensus-EBITDA von EUR 1,36 Mrd. im Jahr 2017 zu erreichen. Wir gehen sogar vor einem höheren EBITDA für das Geschäftsjahr 2017 von rd. EUR 1,39 Mrd. aus, was ein Wachstum von 2,7% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.