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Der bröckelnde Lack an Trump färbt die Kurslisten rot ein

Die Aktionen von Trump werden von den Anlegern zunehmend kritisch bewertet." Der US-Präsident hatte am Wochenende ein Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimischen Staaten erlassen und damit heftige Proteste im In- und Ausland ausgelöst. Investoren zeigten sich besorgt und machten Kasse. Der Dow-Jones mit den Standardwerten rutschte wieder unter die Marke von 20.000 Punkten, die er vergangene Woche erstmals geknackt hatte.

Erstmals knacken dürfte ein Emigrant die Indexzugehörigkeit SDAX - bet-at-home.com gilt als wahrscheinlicher Nachfolger der übernommenen Braas Monier.

Was neben Trump auf die Stimmung schlug: Kräftig steigende Energiepreise haben die Inflation in Deutschland im Jänner auf den höchsten Stand seit Juli 2013 getrieben. Die Verbraucherpreise legten um 1,9 Prozent zum Vorjahresmonat zu. Was bereits sehr nahe am 2-Prozent-Ziel der EZB ist - muss diese früher als erwartet am Zinsrad drehen? Was die Renditen grosso modo nach oben hievte - österreichischen zehnjährige Staatsanleihe kratzen bereits an der Marke von 0,7 Prozent - unter diese Marke fielen wir im Jänner 2016, bis heute war sie nicht mehr gesehen.

Steigende Renditen sind ein schlechtes Umfeld für Immobilienaktien - heute war der komplette IATX im Minus.

Banken und Versicherer waren im bisherigen Jahresverlauf Outperformer - vor allem getrieben von positiven Konjunkturerwartungen - hier wurden die Gewinne lieber einmal fixiert - wer weiß, was Trump schlussendlich aus seinen Vorschusslorbeeren macht.

Auch Rohstoffwerte (inkl. Öl) fanden sich auf den Verkaufslisten der Anleger - wieder so ein Gewinner der Trumpschen Konjunktureuphorie. Und es ist ungewiss, ob nun die Opec schneller den Ölhahn zudreht, als die US-Schieferölindustrie ihren wieder aufdreht - siehe related stories.

Im ATX hatten wir einen Titel im Plus: Do&Co - die türkische Lira machte heute gegen den Euro Boden gut, obwohl es ein Rating-Downgrade durch Fitch gab.