Saudis pumpen den Markt wie noch nie an
5,9 Prozent waren der höchste Zinskupon in Euro, der vergangene Woche im Euroraum emittiert wurde - Spanien mit einer Laufzeit bis 2016 zahlt soviel. Wer mehr möchte, muss die Währung wechseln, etwa mit der Europäischen Investitionsbank in die türkische Lira gehen (siehe jeweils Tabelle). Oder man nutzt den Zwang des tiefen Ölpreises auf die großen Förderländer. Nachdem sich jüngst Katar 9 Mrd. US-Dollar und Abu Dhabi 5 Mrd. am Kapitalmarkt beschafft haben, trat nun auch Saudi Arabien erstmals als Emittent in Erscheinung und hat in drei Tranchen insgesamt 17,5 Mrd. US-Dollar aufgenommen (die bis dato größte Emission eines Schwellenlandes). Eine 2026er-Laufzeit ist dort mit einem Zinskupon von 3,25 Prozent ausgestattet - Währung ist bei allen Tranchen der US-Dollar, was Euro-Anlegern zusätzliche Ertragschancen eröffnet, wenn der US-Dollar gegen den Euro wie allseits erwartet im Zuge der aufgehenden Zinsdifferenz Stärke zeigen sollte (allzu viel wird die US-Notenbank FED aus Rücksicht auf die eigene Konjunktur aber wohl nicht zulassen) - Standard & Poor’s bewertet die Bonität von Saudi Arabien - dem weltgrößten Ölexporteur - mit ‘A-’. Der tiefe Ölpreis wirkt sich heuer mit einem avisierten Budgetminus von 87 Mrd. US-Dollar aus.