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Heta: Was VIG und Uniqa noch ‘blühen’ könnte

Deutschlands Banken haben bereits gejubelt. Die am Mittwoch getroffene Grundsatzeinigung (Memorandum of Understanding) des Finanzministers mit einer „bedeutenden Anzahl" von Heta-Gläubigern wird einigen ‘fette’ Aufwertungsgewinne bescheren. Allein die Deutsche Pfandbriefbank PBB rechnet mit einem positiven Vorsteuereffekt von rund 132 Millionen Euro in diesem Jahr, wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Der Grund liegt darin, dass die Banken auf Anordnung der EZB Abschreibungen von 50% auf ihre Heta-Schuldtitel durchführen mussten, davon kann ein großer Teil, nach der Grundsatzeinigung, die eine Rückzahlung von rund 90% (bei den Senior-Titeln nach derzeitigen Stand) vorsieht, wieder gutgeschrieben werden. Die PBB etwa hatte 395 Mio. Euro bei der Abwicklungsanstalt der  Hypo Alpe Adria (Heta) im Feuer. Ende 2014 und Anfang 2015 hatte sie 197,5 Millionen Euro in den Wind geschrieben.

Doch nicht nur in Deutschland, auch in Österreich dürfen sich einige Unternehmen wohl freuen. Unter ihnen die beiden Versicherungskonzerne Uniqa und VIG. Erstere berichtet in ihrer 2015er Bilanz (Seite 107), dass sie zum Stichtag 31.12.2015 Senior-Anleihen (von Kärnten garantiert) mit einer Nominale von 25 Millionen Euro zu einer Bewertung von 17,1 Millionen Euro in den Büchern hatte, das entspricht   68,4% des Nominalwertes. Geht man davon aus, dass rund 90% der Nominale zurückgezahlt werden, wären dies 22,5 Millionen woraus sich ein Aufwertungsgewinn (vor Steuern) von 5,4 Millionen ergeben könnte. Die Uniqa hat außerdem noch nachrangige Heta-Titel mit einer Nominale von 36 Millionen in ihren Büchern. Diese wurden bis auf rund 18,9% (6,8 Millionen) abgeschrieben. Rechnet man das 30% der Nominale zurückgezahlt werden (ursprüngliches Angebot an die Gläubiger) so könnte sich daraus ein Aufwertungsgewinn von rund vier Millionen ergeben - macht summasummarum ein Plus von 9,4 Mio. Euro für die Uniqa.

35 Millionen für die VIG. Noch besser fahren dürfte die Vienna Insurance Group. Erst am Mittwoch bestätigte deren Vorstandsvorsitzende Elisabeth Stadler, dass die VIG an die 50 Millionen Euro an Senior Bonds, bzw. rund 50 Millionen an nachrangigen Bonds in ihren Büchern hat. Diese wurden zu 50 Prozent (Senior Bonds) bzw. im Falle der Nachranganleihen sogar auf Null abgeschrieben. Wendet man zur Ermittlung der möglichen Aufwertungsgewinne die gleiche Berechnungsmethodik an wie bei der Uniqa so könnten sich in den VIG-Büchern ein Plus von an die 35 Millionen Euro niederschlagen. Nur zur Einordnung: 2015 erzielte die VIG einen Vorsteuergewinn von 172,1 Millionen (GAAP/Bloombergdaten).

Da Zinsen und Nebenforderungen nicht ausgeglichen werden sollen (siehe Bericht hier: http://bit.ly/1THCUH5) werden sich die von uns errechneten, theoretisch möglichen Aufwertungsgewinne bei beiden Versicherungskonzernen wohl nicht in vollem Umfang niederschlagen. Das eine oder andere ‘Milliönchen’ wird sich in den 2016er Bilanzen aber wohl wiederfinden.

(Harald Fercher)

Aus dem Börse Express PDF vom 19.05. 2016. Dort mit einer Grafik plus einer zusätzlichen Story: "Hypo - Heta - Kärnten und die Republik: Eine Chronologie". Das Börse Express PDF gibt es nur im Abo. Hier finden sie unsere aktuellen Abo-Angebote: http://bit.ly/15yw417