Espresso: DB Morning Daily: Europas Katalysatoren bilden sich allmählich zurück
Abgesehen von der institutionellen Krise durch Griechenlands Schuldenprobleme wirkt der Ausblick für die Eurozone in diesem Jahr bislang einigermaßen freundlich. Ultralockere Geldpolitik drückte den Euro und steigerte den Export, wie die Investmentexperten von Franklin Templeton Investments schreiben. Niedrige Zinsen hätten das Kreditgeschäft beflügelt. Die Unternehmensrentabilität steige. Der Einbruch der Ölpreise erhöhe die Realeinkommen und heize den Konsum an. An der politischen Front verliere die populistische Welle offenbar an Dynamik. Angesichts der harten wirtschaftlichen Realität zeige sich die in Griechenland Ende Januar gewählte linksradikale Syriza-Partei geläutert und entwickle sich zu einer linksorientierten Volkspartei, heißt es.
Viele der Katalysatoren, die Europa stabilisieren, seien intakt, doch andere bildeten sich allmählich zurück. So hätten sich die Ölpreise seit Ende August gefangen. Spanien wies im August einen Rückgang der Industrieproduktion von 1,4% gegenüber dem Vormonat auf, Deutschland um 1,2%. In Deutschland gingen zudem die Fabrikaufträge im Juli und im August zurück. Nach einem Wachstumsschub, der der Eurozone im zweiten Quartal ein Plus von 1,5% gegenüber dem Vorjahr ermöglichte, sprechen diese Daten erneut für Widerstände in manchen der großen Volkswirtschaften des Währungsraums. Doch auch die hartnäckig niedrige Inflation trübe Europas Aussichten.
FX-Quickcheck: EUR/USD
Die US-Hypothekenanträge sind in der vergangenen Woche erneut gesunken. Wie die Mortgage Bankers Association of America (MBA) am Mittwoch meldete, lag der Rückgang in der Woche bis zum 6. November 2015 bei 1,3% im Wochenvergleich. In der Vorwoche war auf dieser Basis ein Minus von 0,8% gemeldet worden. Die wöchentlich von der MBA erhobenen Daten geben einen Hinweis auf die Entwicklung des US-amerikanischen Immobilienmarktes. Befragt werden sowohl Sparkassen als auch Hypotheken- und Geschäftsbanken.
EUR/USD trifft am Tief vom 13. März 2015 bei 1,0459 auf die nächste markante Unterstützung. Der nächste wichtige Widerstand findet sich am Hoch vom 28. Oktober 2015 bei 1,1096.
FX-Quickcheck: EUR/JPY
Die zur Wochenmitte aus Japan gemeldeten Daten sind schwach ausgefallen. So sind die Werkzeugmaschinenaufträge im Oktober laut vorläufigen Daten um 23,1% im Jahresvergleich gesunken, nach einem Rückgang um 19,1% im Vormonat September. Die Geldmenge M2 wuchs im Oktober lediglich um 3,6% im Jahresvergleich. Analysten hatten im Konsens mit einer Zuwachsrate um 3,8% gerechnet, nach +3,8% im Vormonat September. Der von Reuters ermittelte Tankan-Index sank im November von sieben auf drei Punkte.
EUR/JPY trifft am Tief vom 13. April 2015 bei 126,90 auf die nächste markante Unterstützung. Der nächste wichtige Widerstand lässt sich am Hoch vom 17. September 2015 bei 137,46 lokalisieren.
FX-Quickcheck: EUR/GBP
Die britischen Arbeitsmarktdaten sind gemischt ausgefallen. Die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher stieg mit 3.300 stärker als von Analysten im Konsens mit 1.600 erwartet. Der Septemberwert wurde jedoch von 4.600 auf nur noch 500 nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote sank im September im Dreimonatsschnitt hingegen überraschend auf 5,3% - ein Siebenjahrestief. Erwartet worden war im Konsens eine unveränderte Quote von 5,4%. Der Durchschnittsverdienst enttäuschte im selben Zeitraum mit einem Anstieg um 3,0% (Konsens 3,2%, nach 3,0% zuvor).
EUR/GBP sieht sich am Tief vom 18. August 2015 bei 0,7023 der nächsten wichtigen Unterstützung gegenüber. Der nächste markante Widerstand liegt am Hoch vom 6. November 2015 bei 0,7197.
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