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US-Börsen - Berg- und Talfahrt nach Zinsentscheidung
Die US-Börsen haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen, nachdem die Notenbank Federal Reserve (Fed) den Leitzins unverändert bei 0,00 bis 0,25 Prozent belassen hatte. Die erste Zinserhöhung seit 2006 lässt damit weiter auf sich warten. An den Aktienmärkten sorgte die Entscheidung sowie die darauffolgenden Äußerungen von Fed-Chefin Janet Yellen für eine Berg- und Talfahrt.
Schlussendlich ging der Dow Jones mit einem Minus von 65,21 Punkten oder 0,39 Prozent bei 16.674,74 Einheiten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 Index verlor 5,11 Punkte oder 0,26 Prozent auf 1.990,20 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq gab es hingegen leichte Kursgewinne zu beobachten: Der Nasdaq Composite Index stieg um knappe 4,26 Einheiten oder 0,09 Prozent auf 4.893,49 Zähler.
In ihrer Erklärung zum Zinsentscheid hebt die Fed zwar hervor, dass die Binnenwirtschaft weiter wachse und die Lage am Arbeitsmarkt sich bessere. Allerdings bereitet der Notenbank das außenwirtschaftliche Umfeld Sorgen: "Jüngste globale wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen könnten die wirtschaftliche Aktivität bremsen und Abwärtsdruck auf die Inflation ausüben." Fed-Chefin Janet Yellen sagte vor der Presse, diese Risiken bedürften der genauen Beobachtung. Konkret nannte sie die von China ausgehenden Finanzmarktturbulenzen und die Wachstumsschwäche in den Schwellenländern.
An der Wall Street setzte es nach der Entscheidung eine Berg- und Talfahrt: Unmittelbar nach Bekanntgabe rutschte der Dow für wenige Minuten in die Verlustzone, nur um danach wieder am selben Niveau wie zuvor zu notieren. Im Verlauf der Pressekonferenz legte er dann immer stärker zu, zwischenzeitlich lag er über ein Prozent im Plus. Gegen Ende von Yellens Auftritt rutschte er aber wieder ab und drehte schlussendlich erneut ins Minus.
Unternehmensnachrichten rückten aufgrund der Zinsentscheidung etwas in den Hintergrund - einige sorgten jedoch für Bewegung. So sprangen etwa die Aktien des US-Kabelanbieters Cablevision um fast 14 Prozent auf 32,51 Dollar nach oben, nachdem bekannt geworden war, dass der europäische Konkurrent Altice das Unternehmen übernehmen wird. Der Kaufpreis liegt bei rund 9,6 Mrd. US-Dollar, der Unternehmenswert von Cablevision beläuft sich auf 17,7 Mrd. Dollar. Dollar. Pro Aktie zahlt Altice damit 34,90 Dollar.
Abwärts ging es hingegen für die Aktie von Oracle, die vier Prozent verloren. Der Softwarekonzern hat im Ende August abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang von 20 Prozent berichtet. Der Umsatz gab leicht um zwei Prozent nach, verantwortlich für den Rückgang war hauptsächlich der starke Dollar. Ohne Währungseffekte wäre der Umsatz um sieben Prozent gestiegen.
Unbeeindruckt von der jüngsten Millionenstrafe zeigten sich die Papiere von General Motors (GM), die 0,35 Prozent höher schlossen. Der Autoproduzent muss im Zuge des Skandals um defekte Zündschlösser rund 900 Millionen Dollar Strafe zahlen. Zudem sei die Einrichtung eines beträchtlichen Entschädigungsfonds für Opfer und Hinterbliebene im Gespräch, berichtete das "Wall Street Journal".
(Forts.) dkm
ISIN US78378X1072 US6311011026 US2605661048
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