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Wenn die Börsen Trauer tragen … alle ATX-Werte klar im Minus - mit einer erratbaren Ausnahme

Ausgehend von China rutschen die internationalen Aktienmärkte heute wieder deutlich tiefer. Wir wollten Ihnen hier aber keinen schwarzen Montag präsentieren und etwa den Cover entsprechend einfärben. Quote ist gut, aber ... und werfen lieber einen Blick auf für den österreichischen Markt wichtige Parameter. Wo (leider) Negatives vorherrscht - und jeweils 200-Tagelinien verletzt wurden: Der Euro etwa setzte zum Leidwesen unser Exportwirtschaft (von Andritz bis Zumtobel) und Dollar-Stärke-Profiteuren wie AT&S seinen Anstieg gegen den US-Dollar fort (wenn man angesichts der Angst vor einer von China ausgehenden Konjunkturschwäche dann auch noch Zykliker ist ...); der Rubel (Immofinanz, Palfinger, Raiffeisen) nähert sich seinen Rekordtiefs zum Euro; die türkische Lira (Do&Co - aber auch RHI, Mayr-Melnhof, OMV ...) fällt auf das nächste Rekordtief; Öl (OMV, SBO, CAT oil - aber auch Zulieferer wie voestalpine) liefert ein weiteres Mehrjahrestief (siehe jeweils Chart).

Und warum das Ganze? Weil es 1994 genauso begann: Asiens größte Volkswirtschaft kühlt sich ab, die FED steht kurz vor einem Straffungszyklus und China hat die Landeswährung soeben abgewertet. Diese Ereigniskette von 1994 löste letztlich einen Abwertungswettlauf aus, der mit zur Asienkrise beigetragen hat. Es folgten Zusammenbrüche von Banken und Unternehmen und eine Rezessionen in der ganzen Region.
Heute zu damals gibt es mit Sicherheit Parallelen, aber auch wesentliche Unterschiede. Heute verfügen die Asiens Volkswirtschaften über stärkere Leistungsbilanzen, Staatshaushalte und Devisenreserven, was ein dickeres Polster gegen Markturbulenzen schafft. Andererseits wäre es nicht das erste Mal, dass ein Polster dann vielleicht doch nicht so dick ist wie gedacht …
Es gibt aber noch einen Unterschied: Die FED wird diesmal die Zinszügel deutlich weniger straff anziehen.

Doch zum Tag: Die Aktienmärkte in China befinden sich trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen der Regierung weiter im Sinkflug. Am Wochenende hatte die Regierung angekündigt, dass Pensionsfonds künftig in Aktien investieren dürfen - nutzte nichts. In Hongkong sackte der Hang-Seng-Index um 5 Prozent ab. Der CSI 300 mit den 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland brach um fast 9 Prozent ein.

Zudem lasten die fortgesetzten Kursgewinne des Euro im Vergleich zum US-Dollar auf Europas Aktienmärkten. Am Vormittag stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 1,15 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Februar.
Wie eingangs erwähnt setzen auch die Ölpreise wegen der Konjunktursorgen um China ihre Talfahrt fort. Am Vormittag fiel der Preis für ein Barrel Brent auf 44,20 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit März 2009.

Heißt: Im ATX liegen beinahe alle Werte im Minus - am deutlichsten konjunktursensible wie Lenzing und RHI. Beinahe, denn der Flughafen Wien als 'konservative' Aktie liegt minimal im Plus - mit minus 1,33 und minus 1,75 Prozent folgen in dieser Liste die ebenfalls eher konservativeren Verbund und Telekom Austria.

Im ATXPrime geht es der 'Fahrzeugbranche' rund um Polytec und Cross am schlechtesten - hier wird je mehr als sieben Prozent verloren.

Aus dem Börse Express PDF vom 24. August. Dort mit allen Charts und Grafiken. Zum Abo geht es unter http://bit.ly/byCn49 - Abonnenten haben Zugriff auf das komplette PDF-Archiv.