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Holger Scholze: Überraschender Vorstandswechsel bei der Deutschen Bank

Neue Woche – altbekanntes Bild: DAX notiert im Minus

Mit dem überraschenden Vorstandswechsel steht die Deutsche Bank zum Wochenstart im Fokus des Handelsgeschehens. Nach massiver Kritik von Investoren und Mitarbeitern haben die beiden Vorstandschefs am Sonntag das Handtuch geworfen. Der Aufsichtsrat nahm die Rücktrittsangebote von Anshu Jain und Jürgen Fitschen an und ernannte John Cryan zur neuen Nummer eins. Der Brite der aktuell im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt soll die Bank nun wieder in ruhigere Fahrwasser führen. Aktionäre und Marktteilnehmer reagieren erfreut auf die Veränderungen – die Aktie der Deutschen Bank legt über fünf Prozent auf rund 29 Euro zu. Zwischenzeitlich konnte auch die Aktie der Commerzbank davon profitieren und leichte Kursgewinne verbuchen.

Der DAX verliert nach den Verlusten der Vorwochen erneut. Knapp ein Prozent geht es am frühen Nachmittag nach unten auf 11.130 Punkte. Ein Belastungsfaktor ist der griechische Schuldenstreit. Die Positionen zwischen Griechenland und den Gläubigern haben sich über das Wochenende weiter voneinander entfernt. Ministerpräsident Alexis Tsipras bezeichnete am späten Freitagabend vor dem griechischen Parlament die Forderungen aus Brüssel einmal mehr als “absurd”.

Unter den Aktionären des Sportausrüsters Adidas werden nach dem Korruptionsskandal nun Forderungen nach einem Ende der Zusammenarbeit mit der FIFA laut. “Adidas muss jetzt prüfen ob der FIFA-Vertrag zu kündigen ist, sagte der Vorsitzende der Vereinigung Institutioneller Privatanleger (VIP), Hans-Martin Buhlmann, der “Welt am Sonntag”. Die Adidas-Aktie verliert analog zum Gesamtmarkt rund 0,5 Prozent.

Euwax Sentiment

An der EUWAX lässt sich aktuell kein klarer Trend feststellen. Notierte der Stimmungsindikator um die Mittagszeit noch deutlich im Plus, so pendelt der EUWAX Sentiment Index aktuell wieder um die Null-Linie und signalisiert ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Optimisten und Pessimisten.

TRENDS IM HANDEL

Die Investoren reagieren nach dem unerwarteten Wahlausgang in der Türkei verunsichert. Aktien und Rentenmärkte sind deutlich unter Druck, auch die türkische Lira gibt ab. In Stuttgart trennen sich ebenfalls einige Anleger von ihren Positionen auf den türkischen Aktienmarkt und verkaufen insbesondere Indexfonds.

Nach einer Kaufempfehlung sind Puts auf Kupfer gesucht. Zudem kommt es in Calls auf die US-Aktie ebay verstärkt zu Käufen.

Nach dem Kurssprung haben sich einige Anleger von ihren Calls auf die Deutsche Bank getrennt und Gewinne realisiert. Immer wieder sind Puts gesucht. Offenbar rechnen die Akteure nur mit kurzzeitigen Gewinnen nach dem überraschenden Vorstandswechsel.

Börse Stuttgart TV

Die Europäische Zentralbank will ihre Bilanzsumme in den kommenden Monaten auf knapp drei Billionen Euro ausweiten. Hierzu kauft sie derzeit monatlich Staatsanleihen im Gegenwert von 60 Milliarden Euro auf. EZB-Präsident Mario Draghi möchte den Staaten damit vor allem Zeit kaufen. Doch diese Zeit „wird nicht genutzt“, sagt Sven Giegold. Welche Folge das haben könnte, erläuterte das Mitglied des Europäischen Parlaments im Interview bei Börse Stuttgart TV.