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Wienerberger: Der Puffer sollte reichen
Insgesamt bestätige ich daher für die Wienerberger-Gruppe das kommunizierte Jahresziel eines operativen EBITDA von 300 Mio. Euro und somit deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen im Jahr 2014.” So heißt der offizielle Jahresausblick bei Wienerberger derzeit. Eigentlich müssten wir das auf 315 Millionen erhöhen. Denn soviel trägt der Tondach Gleinstetten-Zukauf laut CEO Heimo Scheuch heuer noch zum EBITDA bei: „Somit wird sich der Umsatz der Wienerberger Gruppe im Gesamtjahr um rund 90 Mio. Euro und das operative EBITDA um rund 15 Mio. Euro erhöhen”, heißt es im Rahmen der kartellrechtlichen Genehmigung des Deals - siehe http://goo.gl/PqbefJ in einer Juli-Mitteilung. Mit gleicher Meldung macht Scheuch sogar Hoffnung auf einen ao Effekt: „Zu möglichen positiven Einmaleffekten aus der Transaktion kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Diese ... werden zum 3. Quartal vorliegen.“
Das Gesamtjahr scheint also abgesichert. Und das kommende Q2 ein bisserl das Spiegelbild des Q1. Zu Jahresbeginn herrschte in Europa eine im Jahresvergleich sehr starke Bautätigkeit, da es 2013 einen extrem harten und baufeindlichen Winter gab (die Bauproduktion in der Eurozone stieg laut Eurostat im Jänner YoY um 7,1 Prozent; es folgten 6,9 und 6,4 Prozent. Diesmal gab es diesen Winter so nicht. Womit auch die damals vom Q1 ins Q2 verschobenen Bautätigkeiten als Basiseffekt fehlen. Im April ging es noch um 7,4 Prozent nach oben, im Mai kühlte sich das Ganze auf 3,5 Prozent ab, der Juni wird erst am 20. August veröffentlicht. Wenn man sich aber einzelne Industrieproduktionsdaten seither ansieht, kann die Subkomponente Bau nicht mehr soviel gebracht haben. Dafür liefert diesmal diesen positiven Basiseffekt wohl das US-Standbein, wo es 2014 einen sehr harten Winter gab, und es Verschiebungen ins Q2 gegeben haben sollte (der NAHB-Wohnungsmarktindex fiel von Jänner bis März von 53 auf 46 Punkte, legte bis Juni dann wieder auf 49 zu, um im Juli mit 53 Punkten wieder den expansiven Bereich von über 50 Punkten zu erreichen). Da das US-Standbein deutlich kleiner ist (Umsatzanteil nicht ganz zweistellig), ergibt sich für den Gesamtkonzern dann ein geringeres Plus als im Q1 (plus 19%). Aber das starke Q2 des Vorjahres wird trotz des fehlenden europäischen Basiseffekts in Summe geschlagen, worauf auch eine der jüngsten Meldungen hindeutet, dass Wienerberger seine Kapazitäten in Großbritannien erhöht, nachdem zuvor der Mehrbedarf aus kontinentaleuropäischen Werken geliefert wurde. “... Nun erfolgt in einem weiteren Schritt die Inbetriebnahme von zwei eingemotteten englischen Werken in Hartlebury und Ewhurst. Insgesamt wird Wienerberger mit diesem Maßnahmenbündel ihren Kunden um rund 200 Mio. mehr Ziegel für den Bau von neuen Eigenheimen zur Verfügung stellen”, siehe http://goo.gl/gMXqj5 - was auf einen konzernweit guten Auslastungsgrad der westeuropäischen Ziegelwerke deutet. Jetzt dürfen nur nicht die Rubel- und etwa türkische Lira-Entwicklung zu sehr in die Suppe spucken, die bereits im Q1 mehr als elf Millionen an Umsatz kosteten und im Q2 weiter fielen. Als Puffer gibt’s da aber die umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen, die in etwa fünf Millionen Euro pro Quartal bringen ...
Aus dem Börse Express PDF vom 18. August. Dort mit allen Charts und Grafiken. Zum Abo geht es unter http://bit.ly/byCn49 - Abonnenten haben Zugriff auf das komplette PDF-Archiv.
Das Gesamtjahr scheint also abgesichert. Und das kommende Q2 ein bisserl das Spiegelbild des Q1. Zu Jahresbeginn herrschte in Europa eine im Jahresvergleich sehr starke Bautätigkeit, da es 2013 einen extrem harten und baufeindlichen Winter gab (die Bauproduktion in der Eurozone stieg laut Eurostat im Jänner YoY um 7,1 Prozent; es folgten 6,9 und 6,4 Prozent. Diesmal gab es diesen Winter so nicht. Womit auch die damals vom Q1 ins Q2 verschobenen Bautätigkeiten als Basiseffekt fehlen. Im April ging es noch um 7,4 Prozent nach oben, im Mai kühlte sich das Ganze auf 3,5 Prozent ab, der Juni wird erst am 20. August veröffentlicht. Wenn man sich aber einzelne Industrieproduktionsdaten seither ansieht, kann die Subkomponente Bau nicht mehr soviel gebracht haben. Dafür liefert diesmal diesen positiven Basiseffekt wohl das US-Standbein, wo es 2014 einen sehr harten Winter gab, und es Verschiebungen ins Q2 gegeben haben sollte (der NAHB-Wohnungsmarktindex fiel von Jänner bis März von 53 auf 46 Punkte, legte bis Juni dann wieder auf 49 zu, um im Juli mit 53 Punkten wieder den expansiven Bereich von über 50 Punkten zu erreichen). Da das US-Standbein deutlich kleiner ist (Umsatzanteil nicht ganz zweistellig), ergibt sich für den Gesamtkonzern dann ein geringeres Plus als im Q1 (plus 19%). Aber das starke Q2 des Vorjahres wird trotz des fehlenden europäischen Basiseffekts in Summe geschlagen, worauf auch eine der jüngsten Meldungen hindeutet, dass Wienerberger seine Kapazitäten in Großbritannien erhöht, nachdem zuvor der Mehrbedarf aus kontinentaleuropäischen Werken geliefert wurde. “... Nun erfolgt in einem weiteren Schritt die Inbetriebnahme von zwei eingemotteten englischen Werken in Hartlebury und Ewhurst. Insgesamt wird Wienerberger mit diesem Maßnahmenbündel ihren Kunden um rund 200 Mio. mehr Ziegel für den Bau von neuen Eigenheimen zur Verfügung stellen”, siehe http://goo.gl/gMXqj5 - was auf einen konzernweit guten Auslastungsgrad der westeuropäischen Ziegelwerke deutet. Jetzt dürfen nur nicht die Rubel- und etwa türkische Lira-Entwicklung zu sehr in die Suppe spucken, die bereits im Q1 mehr als elf Millionen an Umsatz kosteten und im Q2 weiter fielen. Als Puffer gibt’s da aber die umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen, die in etwa fünf Millionen Euro pro Quartal bringen ...
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