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Manfred Zauner: "Das wäre ein herber Rückschlag für den österreichischen Aktienmarkt“

Börse Express: Der ATX hat schlussendlich wieder einmal ein Jahr der Underperformance hinter sich. Warum dies? Das starke Osteuropa-Engagement kann es je nicht nur sein, nachdem Bulgarien und Rumänien unter den besten Börsen zu finden sind ...

MANFRED ZAUNER: Mit den Emerging Markets hat das Ganze durchaus etwas zu tun, wenn man berücksichtigt, dass der MSCI Welt Index der entwickelten Märkte seit Jahresbeginn - bis 11. Dezember 18,57 Prozent - gestiegen und der MSCI Welt Emerging Markets Index im selben Zeitraum um 6,60 Prozent gefallen ist. Der MSCI Index für die europäischen Emerging Markets ist seit Jahresanfang sogar um 7,35 Prozent gefallen. Da passt die ATX-Performance von plus sieben Prozent inklusive reinvestierter Dividenden eigentlich ganz gut ins Bild eines entwickelten Landes, das einen starken Emerging Markets-Bezug hat. Wenn man auf Ebene der Einzelunternehmen nachsieht, welche Aktien den ATX year to date am stärksten belastet haben, findet man hier eine Handvoll Aktien, die allein dem ATX ca. 4,35 Prozent Performance gekostet haben.

Börse Express: Gibt es eine Chance, dass Wien 2014 auf die Überholspur umschwenkt?

MANFRED ZAUNER: Ja, die Chance gibt es selbstverständlich.

Börse Express: Welches Thema wird Wien – außer dem Tapering – vor allem beschäftigen?

MANFRED ZAUNER: Eine gewisse Unsicherheit herrscht hinsichtlich der Frage, wie es mit dem Terminmarkt für österreichische Indizes weitergehen wird. Bekanntlich wird ja Ende des ersten Quartals 2014 der Handel mit Derivaten an der ÖTOB in Wien eingestellt. Angeblich werden ATX-Futures in Zukunft dann direkt an der EUREX handelbar sein. Eine endgültige Lösung ist unseres Wissens nach noch nicht zwischen EUREX und Wiener Börse verhandelt. Sollte es hier keine Lösung geben, wäre das ein herber Rückschlag für den österreichischen Aktienmarkt. Wir halten es aber für sehr wahrscheinlich, dass die Frage Anfang 2014 im positiven Sinne gelöst wird.

Börse Express: Grosso modo würden Sie Ihre Aufstellung im Fonds wie bezeichnen?

MANFRED ZAUNER: Im Fonds sind Aktien übergewichtet, die laut unseren fundamentalen Kennzahlen attraktiv bewertet sind. Zusätzlich wurde die ATX-Zusammensetzung bei der Portfoliokonstruktion berücksichtigt.

Börse Express: Welche drei Titel gefallen Ihnen am besten? Und warum?

MANFRED ZAUNER: Wir investieren bevorzugt in Aktien, die nach fundamentalen Bewertungskriterien günstig erscheinen. Die Attraktivität einzelner Titel kann sich durch Kursbewegungen oder Änderungen der Gewinnaussichten rasch ändern. Transparenz wird bei Kepler aber groß geschrieben. Anleger können unter www.kepler.at tagesaktuell alle Positionen sehen, in die der Fonds investiert ist.

Börse Express: Gleiches Spiel mit umgekehrten Vorzeichen: Wo sehen Sie den Bedarf vorsichtiger zu sein?

MANFRED ZAUNER: Der Fonds ist in extrem illiquiden Titeln nicht investiert. Grund: Bei allfälligen Abflüssen wäre ein fairer Verkaufspreis nur schwer zu erzielen.

Börse Express: Wieviel Pulver halten Sie derzeit im Trockenen?

MANFRED ZAUNER: Der Fonds ist – so wie auch die anderen Kepler Aktienfonds – immer voll investiert.

Börse Express: Wenn Sie ein Anleger fragt, warum er 2014 sein Geld Ihnen anvertrauen soll und nicht einem Ihrer Kollegen – was ist die Antwort bzw. was zeichnet Sie Ihrer Meinung nach aus?

MANFRED ZAUNER: Das Kursverhalten des Kepler Österreich Aktienfonds ist für den Anleger aufgrund des relativ geringen Abweichungsrisikos des Fonds vom ATX sehr gut einschätzbar, was ihn von extrem aktiv agierenden Fonds unterscheidet. Gegenüber ATX-ETFs bzw. passiven Fonds hat er allerdings sehr wohl die Chance, eine Outperformance gegenüber dem Index zu erzielen.