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UBS sieht noch lange tiefe Zinsen in westlichen Staaten

Die Leitzinsen in den westlichen Staaten werden nach Ansicht der UBS noch lange Zeit sehr tief bleiben. Die US-Notenbank dürfte frühestens 2015 eine Zinserhöhung durchführen. In der Schweiz werde es noch länger dauern.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) werde erst im Windschatten der Europäischen Zentralbank (EZB) den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik versuchen, sagte der für die Schweiz zuständige UBS-Ökonom, Daniel Kalt, am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Und weil die Erholung in Europa hinter der in den USA hinterherhinke, dürfte die EZB frühestens 2016 die Geldpolitik normalisieren.

"Es kann noch sehr lange dauern", sagte UBS-Chefökonom Andreas Höfert, der eingestand, mit Zinserhöhungsprognosen schon mehrfach danebengelegen zu haben: "Ich habe aber 2010 schon mal vom ersten Zinsschritt für 2012 gesprochen, also seien sie mir nicht böse, wenn ich 2015 hier sitze und vom ersten Zinsschritt im Jahre 2017 rede."

Für die Schweizer Währungshüter bestehe gar keine Eile: "Momentan ist alles prima in der Schweiz: Die SNB muss im Moment gar nix machen, sondern kann es einfach laufen lassen", sagte Höfert.

Gegenwärtig habe die Schweiz den besten Zahlenmix, den man sich überhaupt vorstellen könne, mit einem voraussichtlichen Wirtschaftswachstum von 2 Prozent im nächsten Jahr bei einer Nullinflation und einer Arbeitslosigkeit von rund 3 Prozent. Kalt sagte: "Jedes andere Land würde in Verzückung sein."

Harte Kritik übte UBS-Chefökonom Höfert am Präsidenten der amerikanischen Notenbank Fed. Ben Bernanke habe im Mai die Finanzmärkte auf eine Drosselung der ultra-expansiven Geldpolitik ab September vorbereitet. "Das war ein großer Schock, dass die Fed dann nicht das gemacht hat, was sie im Mai gesagt hat", kritisierte Höfert.

"Ich habe im Moment kein Vertrauen in die Ankündigungen der Fed. Ich will zuerst Taten sehen", sagte der UBS-Chefökonom. Viele Marktteilnehmer seien auf dem falschen Fuß erwischt worden. Dass die Fed die Staatsanleihenkäufe im September nicht gedrosselt habe, habe Unruhe und Wut im Markt ausgelöst.

Danach sei die Debatte losgegangen, wann die Fed damit beginnen werde, sagte Höfert: "Man hatte das Gefühl, dass die amerikanische Zentralbank das selber nicht mehr so ganz im Griff hat."

Überhaupt machte der UBS-Chefökonom klar, dass er von der ganzen Ankündigungspolitik der Notenbanken nichts hält: Diese dürften nicht zu transparent sein. Je transparenter sie seien, desto mehr Interpretationen gebe es, was Verwirrung stifte. Die jetzige Dollar-Schwäche sei eine Folge des mangelnden Vertrauens in die US-Notenbank.

Nun dürfte die Drosselung der Fed spätestens im März beginnen, sagte Höfert. Es wäre total kontraproduktiv, wenn dann erneut nichts passiere. Dann ginge das große Rätselraten an den Märkten wieder los.