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DAX verliert 0,61 Prozent

Der DAX hat am Donnerstag nach dem wie erwartet ausgefallenen Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) und guten US-Konjunkturdaten weiter nachgegeben. Der deutsche Leitindex ging mit einem Abschlag von 0,61 Prozent auf 9084,95 Punkte aus dem Handel.

Die EZB hält unvermindert an ihrer lockeren Geldpolitik zur Krisenbekämpfung fest. Sie beließ den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent. Ferner geht die Notenbank bis 2015 von niedrigen Inflationsraten im Euroraum aus. Dies zeige, dass die EZB ihre Geldpolitik auf lange Zeit sehr expansiv halten wird, sagte Jan Holthusen, Leiter der Anleihenanalyse bei der DZ Bank. Die positiven US-Wirtschaftsdaten heizen laut Kapitalmarktexperten jedoch die Spekulation um eine Reduzierung der geldpolitischen Hilfen durch die US-Zentralbank Fed weiter an, was die Aktienmärkte belaste.

Übernahmepläne von Merck KGaA ließen die Titel des Chemie- und Pharmakonzerns mit plus 4,90 Prozent auf den ersten Platz im Dax springen. Die Darmstädter wollen für umgerechnet 1,9 Milliarden Euro AZ ELECTRONIC Materials übernehmen und damit das Geschäft mit Produkten für die Elektroindustrie stärken. Händler wie Analysten nannten das Vorhaben strategisch sinnvoll.

Am DAX-Ende büßten die Aktien von Commerzbank 2,09 Prozent ein, Deutsche Bank verloren 1,72 Prozent. Die Metro-Aktien waren im MDax das Schlusslicht mit minus 4,75 Prozent. Morgan Stanley hatte die Titel abgestuft. Zudem hatten sich die Tarifparteien im baden-württembergischen Einzelhandel auf Lohnerhöhungen geeinigt, was bundesweiten Signalcharakter haben könnte. Anziehende Löhne könnten etwa bei der Tochter Real auf die Profitabilität drücken, sagte ein Analyst.

Die Papiere von Tui reagierten an der MDax-Spitze mit einem kräftigen Aufschlag von 3,38 Prozent auf Fusionsgespräche der Beteiligung Hapag-Lloyd. Die Reederei lotet derzeit eine Kooperation mit dem chilenischen Konkurrenten CSAV aus. Hapag-Lloyd gehört Tui zu 22 Prozent, die Hannoveraner wollen sich aber seit langem davon trennen. Ein Händler sagte, die Nachricht stütze die Aktien, auch wenn die Chilenen nach eigenen Angaben Gespräche mit mehreren Marktakteuren führen.