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Brezinschek: Etablierte Aktienmärkte: Bis Jahresende ergibt sich ein Patt der Einflussfaktoren

Vom Markt „liquiditätsfreundlich“ ausgelegte Aussagen von Notenbankern verbreiteten die letzten Tage über wieder Zuversicht. Sehr stark präsentierte sich in diesem Umfeld der japanische Nikkei 225, der den stärksten Wochenanstieg seit Dezember 2009 erzielte. Der S&P 500 markierte gar einen neuen Allzeithöchststand und ist nun seit dem Zyklustief im März 2009 mit 165% (beim MSCI Europa sind es knapp mehr als 100%) im Plus. Die aktuelle Aufwärtsbewegung hat damit, was die Dauer anbelangt, den Durchschnitt der letzten 12 US-Bullenmärkte seit 1932 egalisiert, in Punkto Anstieg ist man schon über dem Mittelwert von 155% angelangt. Bis Jahresende ergibt sich aus unserer Sicht nahezu ein Patt der Einflussfaktoren.

So ist angesichts des heurigen Kursfeuerwerks in Sentimentumfragen schon eine gehörige Portion an Optimismus unter den Marktteilnehmern festzustellen, was für den einen oder anderen Rückschlag spricht. Andererseits förderte eine breit angelegte Umfrage eines US-Brokers aber auch sehr hohe Cashbestände bei den institutionellen Investoren zu Tage. Letzteres lässt eine größere Korrektur derzeit unwahrscheinlich erscheinen. Großer Unterstützungsfaktor ist weiterhin die Aussicht auf eine sich belebende Weltkonjunktur bei gleichzeitig üppiger Liquidität. Aktuell signalisieren fast 90% der Einkaufsmanagerindizes über die Länder des Globus verteilt Wachstum in der jeweiligen Volkswirtschaft. Dieses Bild sollte sich in den Schnellschätzungen eben jener sehr aussagekräftigen Indikatoren in der kommenden Woche bestätigen. Immer mehr zum Thema wird der Bewertungsaufbau diverser Indizes. Der die etablierten Anlageregionen umfassende MSCI World ist z. B. gemessen am Kurs/Gewinn-Verhältnis im Jahresvergleich um 18% teurer geworden. Gleichzeitig sind die Schätzungen für die Gewinne der nächsten zwölf Monate im Vergleich zur Vorjahresperiode nur um 4% höher. Trotz des Anstiegs sind die absoluten Bewertungsniveaus aber in vielen Ländern nach wie vor moderat, einzig für die USA ergibt sich im Vergleich zum historischen Mittelwert eine erhöhte Bewertung.

In Summe spricht weiterhin einiges für eine mehrheitlich zyklische Sektorenausrichtung. Demgemäß bilden die vom Aufschwung überproportional profitierenden Sektoren IT, Finanz, Energie, zyklischer Konsum und Industrie unsere Übergewichtungen. Hinzu gesellt sich der Gesundheitssektor, der mit verbesserter Forschungsproduktivität punktet. Untergewichtet werden die Sektoren Grundstoffe (weiterhin schwierige fundamentale Lage) und defensiver Konsum (hoch bewertet). Ebenso nicht zu unseren Favoriten zählen die von Regulierung und strukturellen Problemen gepeinigten Telekom- und Versorgertitel (siehe E.ON und RWE). Da wir nun auch beim japanischen Leitindex in Schlagdistanz zu unserem Kursziel sind, ändern wir auch hier unsere Empfehlung auf „Halten“.