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Glechner: Wochenkommentar: US-Notenbank entscheidet

Die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten fielen uneinheitlich aus. Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht war überraschend schwach. Die Zahl der Beschäftigten stieg im August außerhalb der Landwirtschaft um 169.000. Die Zahlen für Juni und Juli wurden auf 172.000 (zuvor 188.000) bzw. 104.000 (zuvor 162.000) nach unten revidiert. Die weniger bedeutende und auf einer Befragung von Haushalten basierende Arbeitslosenrate erreichte mit 7,3% (Juli: 7,4%) zwar das niedrigste Niveau seit Dezember 2008, dies lag jedoch vor allem daran, dass sich weniger Personen auf Arbeitssuche begaben. Die Auftragseingänge in der US-Industrie sind im Juli gegenüber dem Vormonat um 2,4% (Juni: +1,6%) gesunken. Ohne den volatilen Transportsektor (Flugzeugbestellungen etc.) war jedoch ein Anstieg um 1,2% M/M (Juni: -0,3%) zu beobachten. Im US-Dienstleistungssektor hat sich das Wachstum im August beschleunigt. Der entsprechende Service-Index des Institute for Supply Management verbesserte sich auf 58,6 Punkte (Juli: 56,0 Punkte) und erreichte damit das höchste Niveau seit Dezember 2005. Werte über 50 Punkte signalisieren ein Wachstum, Werte darunter eine Kontraktion. In der Eurozone sank die Industrieproduktion im Juli gegenüber Juni um 1,5% (Juni: +0,6%). Im Vergleich zum Juli 2012 verringerte sich die Produktion um 2,1% (Juni: -0,4%). Die österreichische Wirtschaft ist nach endgültigen Berechnungen des WIFO im zweiten Quartal um 0,1% Q/Q (Q1: 0,1%) gewachsen. Vor einem Monat ging das Institut in einer Schnellschätzung noch von einem Wirtschaftswachstum von 0,2% Q/Q aus. Wachstumsimpulse kamen hierzulande vom Außenhandel und den Staatsausgaben. Die privaten Konsumausgaben stagnierten hingegen und bei den Investitionen war sogar ein Rückgang zu beobachten.

Das nächste Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) findet am 17. und 18. September statt. Dabei dürfte die Fed nun ihre Ausstiegspläne aus dem Anleihekaufprogramm konkretisieren. Derzeit kauft die Notenbank monatlich längerfristige Staatsanleihen im Umfang von USD 45 Mrd und Hypothekenpapiere über USD 40 Mrd. Interessant wird auch die Veröffentlichung der neuen gesamtwirtschaftlichen Projektionen der Notenbank. Am 19. September steht außerdem die nächste, quartalsweise stattfindende, geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank an. Dann sollte die SNB neuerlich betonen, keinen Kurs des Franken stärker als CHF 1,20 je EUR zu tolerieren. Diese Politik verfolgt die Notenbank bereits seit September 2011. Auch die neuen Erwartungen der SNB zur weiteren Entwicklung der Inflationsrate und des Bruttoinlandsprodukts werden nächste Woche veröffentlicht.

Die Aktienkurse sind in den letzten Tagen deutlich gestiegen. Unterstützt wurde die Aufwärtsbewegung vor allem von einer gesunkenen Wahrscheinlichkeit eines baldigen Militärschlags gegen Syrien und der Veröffentlichung einiger guter Konjunkturdaten aus der Volksrepublik China (Industrieproduktion August: +10,4% J/J etc.). Die Renditen der deutschen und US-Staatsanleihen sind etwas gesunken, wobei vor allem der schwache US-Arbeitsmarktbericht für August und eine hohe Nachfrage bei der jüngsten Auktion von 10-jährigen US-Papieren auf den Renditen lasteten. In den nächsten Tagen werden neben der geopolitischen Entwicklung (Syrien) vor allem das FOMC-Treffen und die anstehenden US-Konjunkturdaten (Einzelhandelsumsatz, Empire Manufacturing Index, Industrieproduktion etc.) auf Interesse der Marktteilnehmer stoßen. Mit einer zu erwartenden Zurückhaltung der Marktteilnehmer im Vorfeld des FOMC-Treffens rechnen wir in den nächsten Tagen mit einer Seitwärtsentwicklung der Aktienkurse. Die wohl letztendlich zu erwartende Verkündung einer leichten Reduktion der Wertpapierkäufe durch die US-Notenbank erscheint weitestgehend eingepreist und dürfte somit auch bei den Renditen zu keinen größeren Bewegungen führen.