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Holger Scholze: Syrien-Krise bestimmt weiter das Marktgeschehen

Kurzes Durchatmen an den Märkten

Die Syrien-Krise dominiert weiterhin das Marktgeschehen. Großbritannien möchte nun aber zunächst die Ergebnisse der Untersuchungen des US-Sicherheitsrates abwarten, bevor die Enscheidung über einen Militärschlag getroffen wird. Diese besonnene Haltung der Briten sorgt zunächst für eine leichte Entspannung an den Finanzmärkten.

Die Ölpreise geben etwas nach. Der Goldpreis sinkt auf 1.415 US-Dollar. Der DAX erholt sich etwas und lag am frühen Nachmittag bei 8.173 Punkten mit 0,2 Prozent im Plus.

Die Inflationsrate ist in Deutschland deutlich gesunken. Die Verbraucherpreise stiegen im August im Vergleich zur Vergleichsperiode des Vorjahres um 1,5 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert seit Mai. Im Juli waren es noch 1,9 Prozent. Damit liegt die Inflationsrate mittlerweile deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei Werten von knapp zwei Prozent stabile Preise gewährleistet sieht. Zum Vormonat blieben die Lebenshaltungskosten konstant.

Als Preistreiber gelten derzeit die Nahrungsmittel. Sie waren durchschnittlich 4,9 Prozent teurer als vor Jahresfrist. Kraftstoff verbilligte sich hingegen an vielen Orten. In Bayern zahlten Autofahrer an den Tankstellen 4,8 Prozent weniger als im August 2012. In Nordrhein-Westfalen verbilligten sich der Sprit sogar um 5,3 Prozent.

Der Euwax Sentiment Index lag am frühen Nachmittag bei plus 15 Punkten. In dieser Phase setzte also eine leichte Mehrheit der kurzfristig orientierten Derivateanleger mit Call-Optionsscheinen und Knock-out-Calls auf eine Fortsetzung der Erholung des DAX.

In der Erwartung steigender Kerosinpreise und damit höherer Kosten war die Lufthansa-Aktie in den vergangenen Tagen zunehmend unter Druck geraten. Heute tendierte der Kurs allerdings bis zum frühen Nachmittag um 2,6 Prozent auf 13,84 Euro fester.

Stärkster Gewinner im MDAX ist die Aktie von Gildemeister mit einem Aufschlag von 4,1 Prozent auf 16,95 Euro. Der Werkzeugmaschinenbauer hatte gestern Abend eine Kapitalerhöhung im Volumen von 210 Millionen Euro bekannt gegeben. Analysten zufolge komme diese Meldung allerdings nicht überraschend. Zudem sei der Bezugspreis in Höhe von 14,50 Euro pro Aktie für Anleger sehr attraktiv.

An der Euwax kam es heute zu Gewinnmitnahmen bei Knock-out-Puts auf den SMI. Diese Scheine waren vor einiger Zeit von einem Börsenbrief empfohlen worden.

Ein auf Hebelzertifikate spezialisierten Börsenbrief sorgte heute auch für eine zunehmende Nachfrage nach Knock-out-Calls auf das Währungspaar US-Dollar/Japanischer Yen.

Zudem waren erneut Call-Optionsscheine auf die Deutsche Post gesucht.

Börse Stuttgart TV

„Egal, welche Maßstäbe man anlegt, es ist unverzeihlich […] unser Gefühl für grundsätzliche Menschlichkeit ist beleidigt“, so US-Außenminister John Kerry über den mutmaßlichen Einsatz von chemischen Waffen in Syrien. Was meist aus derartigen Äußerungen folgt, ist klar: Ein militärisches Eingreifen der USA in Syrien zeichnet sich ab. Doch was wären die Folgen? Artur P. Schmidt, Wirtschaftsautor und Finanzexperte, sprach darüber bei Börse Stuttgart TV.