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Schweizer Notenbank geht "Offshore"

Die Schweizer Notenbank hat in Singapur ihre erste ausländische Niederlassung eröffnet. Der mit sieben Angestellten besetzte Außenposten wird die in Fernost angelegten Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) verwalten. Zugleich übernehmen die SNB-Angestellten die Überwachung des Devisenmarktes, um intervenieren zu können, falls der Euro unter den Mindestkurs von 1,20 Franken zu fallen droht. Diese Aufgabe musste bisher in Zürich in Nachtschichten erledigt werden.

Seit der Einführung des Euro-Mindestkurses im Jahr 2011 sind die Reserven der SNB auf mehr als 430 Mrd. Franken (345,66 Mrd. Euro) angeschwollen. Davon sind rund 50 Milliarden in Fernost angelegt. Angesichts dieser Summe sei ein effizientes Management von größter Bedeutung, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag bei der offiziellen Eröffnungsfeier.

Die SNB ist nach der indonesischen Zentralbank die zweite ausländische Notenbank, die in Singapur eine Niederlassung eröffnet. Im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft gilt der Stadtstaat als einer der schärfsten Rivalen der Schweiz. Manche Beobachter erwarten, dass Singapur die Schweiz in einigen Jahren überflügelt, wie eine Umfrage des Wirtschaftsprüfers PWC zeigte.