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SWISS: Fortschritte trotz widriger Umstände
Im Sinne einer effizienteren Führungsstruktur hat der Verwaltungsrat
von SWISS verschiedene organisatorische Anpassungen mit personellen
Veränderungen beschlossen.
Bei einem konsolidierten Betriebsertrag von CHF 1 768 Millionen
(Vorjahr: CHF 2 098 Millionen) weist SWISS für das erste Halbjahr
2004 ein Betriebsergebnis (EBIT) von minus CHF 19 Millionen aus,
nachdem in der Vorjahresperiode noch minus CHF 346 Millionen gezeigt
werden mussten. Das Halbjahresergebnis verbesserte sich damit markant
und für das zweite Quartal 2004 konnte mit CHF 50 Millionen ein
positiver EBIT gezeigt werden. Aufgrund der Einigung in einem lange
andauernden Rechtsstreit konnten im zweiten Quartal nicht länger
benötigte Rückstellungen in der Höhe von CHF 68 Millionen
erfolgswirksam aufgelöst werden. Ohne diesen einmaligen Effekt hätte
das operative Ergebnis im zweiten Quartal bei minus CHF 18 Millionen
gelegen. Im Vergleich mit den minus CHF 147 Millionen aus dem
Vorjahresquartal ist dies eine Verbesserung von beachtlichen CHF 129
Millionen.
Mit der Umsetzung des Restrukturierungsprogramms senkte SWISS ihre
Betriebsaufwendungen um 24.1 Prozent. Sie beliefen sich im ersten
Halbjahr 2004 auf CHF 1 855 Millionen, nach CHF 2 444 Millionen in
der Vorjahresperiode. Der Betriebsertrag sank in der gleichen
Zeitperiode, bedingt durch das deutlich kleinere Streckennetz, nur um
15.7 Prozent. Wie bereits in der Medienmitteilung vom 21. Juni
kommuniziert, wirken sich die unerwartet hohen Treibstoffkosten
belastend auf die Kosten und das Geschäftsergebnis aus. Allein im
ersten Halbjahr hatte dies einen negativen Effekt in der Höhe von
rund CHF 29 Millionen.
Der konsolidierte Verlust nach Berücksichtigung des
Finanzergebnisses, der Ertragssteuern und konzernbedingter Posten lag
für das erste Halbjahr 2004 bei minus CHF 33 Millionen, nach minus
CHF 333 Millionen in der gleichen Periode des Vorjahres.
Flüssige Mittel von CHF 353 Millionen
Per Stichtag vom 30. Juni 2004 zeigt die konsolidierte Bilanz
flüssige Mittel in der Höhe von CHF 353 Millionen, zuzüglich
Festgeldanlagen von CHF 5 Millionen.
Die flüssigen Mittel reduzierten sich damit gegenüber dem Stand zum
Ende des ersten Quartals 2004 um CHF 61 Millionen und im Vergleich
mit dem Stand per 31.12.2003 um CHF 150 Millionen. In diesem
Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die rund CHF 68 Millionen
aus der Einigung im oben erwähnten Rechtsstreit in den flüssigen
Mitteln per 30. Juni nicht enthalten sind. Diese Gelder werden in der
Geldflussrechnung zum Zwischenbericht des dritten Quartals bei den
flüssigen Mitteln ausgewiesen werden.
Der Cash Flow aus Betriebstätigkeit konnte im ersten Halbjahr 2004
gegenüber der gleichen Vorjahresperiode um CHF 230 Millionen
verbessert werden. Er lag bei minus CHF 7 Millionen.
Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit belief sich im ersten
Halbjahr 2004 auf minus CHF 37 Millionen. Im Zusammenhang mit
Investitionen für Komponenten der Innenausstattung, Ersatzteile sowie
Verbrauchsmaterial für den neuen Airbus A340 flossen CHF 58 Millionen
ab. Dem stand die Reduktion von Bardepots im Zusammenhang mit der
Rückgabe von Flugzeugen gegenüber.
Aus Finanzierungstätigkeit flossen im ersten Halbjahr 2004 netto CHF
108 Millionen ab. Diese Summe setzte sich zusammen aus CHF 78
Millionen für Amortisationszahlungen auf
Finanzleasing-Verbindlichkeiten für Flugzeuge, der Tilgung von
Darlehen im Umfang von CHF 52 Millionen sowie ordentlichen
Zinszahlungen für Finanzleasing-Verbindlichkeiten und für übrige
Verbindlichkeiten im Betrag von CHF 28 Millionen. Dem stand eine
Zunahme der flüssigen Mittel aus dem am 16. März 2004 von der
Barclays Bank bezogenen Kredit von CHF 50 Millionen gegenüber.
Die flüssigen Mittel haben sich besser entwickelt als ursprünglich
erwartet. Zusätzliche Liquidität soll SWISS vor den negativen
Effekten unvorhergesehener Ereignisse schützen und es ihr
ermöglichen, neue Geschäftsmöglichkeiten wahrzunehmen. Deshalb
verhandelt SWISS nach wie vor mit den Schweizer Grossbanken und
weiteren internationalen Finanzinstituten über die Beschaffung
zusätzlicher flüssiger Mittel.
Eigenkapital
Das Eigenkapital des Konzerns lag per 30. Juni 2004, nach Verrechnung
der vorgetragenen Bilanzverluste, bei CHF 982 Millionen. Dies
bedeutet eine Eigenkapitalquote von 27.5 Prozent.
Anlässlich der ordentlichen Generalversammlung vom 6. Mai 2004
stimmten die anwesenden Aktionäre der Herabsetzung des Nennwertes pro
Aktie von CHF 32 auf CHF 18 zu. Das Aktienkapital der Swiss
International Air Lines AG reduzierte sich in der Folge um CHF 737
Millionen von CHF 1 685 Millionen auf CHF 948 Millionen. Der in der
Bilanz ausgewiesene Verlustvortrag wurde im gleichen Umfang
reduziert. Dieser sogenannte Kapitalschnitt ist eine vom
schweizerischen Obligationenrecht (OR) vorgesehene Massnahme zur
Sanierung der Bilanz. Sie ändert nichts an der Substanz des
Unternehmens und lässt die Höhe des Eigenkapitals unverändert.
SWISS und die drei Dutzend Aktionäre, die sich im Rahmen einer
sogenannten Lock-up Vereinbarung verpflichtet haben, ihre Aktien bis
zum 31. August 2004 nicht zu veräussern, diskutieren momentan eine
mögliche Verlängerung der Vereinbarung.
SWISS ein Jahr nach Bekanntgabe der Restrukturierung
SWISS geht es nach dem äusserst turbulenten Jahr 2003 und der
tiefgreifenden Restrukturierung zwar merklich besser, doch noch
bleibt ihr ein beschwerliches Stück Weg in die Gewinnzone. Die
Rahmenbedingungen im Fluggeschäft bleiben hart. Ein Unternehmen muss
flexibel und rasch auf Veränderungen reagieren und sich beständig
weiter verbessern.
Um rasch weitere Verbesserungen zu erreichen, wurde die interne
Projektgruppe CIS (Continuous Improvement SWISS) eingesetzt. Diese
Gruppe identifiziert Möglichkeiten zur Steigerung der Erträge und zur
Senkung der Kosten. Sie berichtet direkt an das Management Board.
Zur Senkung der Einheitskosten muss die Produktivität im gesamten
Unternehmen weiter gesteigert werden. Potentiale und Ergebnisse der
einzelnen Strecken, insbesondere in Europa, werden nochmals sehr
genau untersucht. Dies gilt sowohl für Verbindungen ab Basel und Genf
als auch für das Drehkreuz in Zürich. SWISS bleibt eine
Netzwerkgesellschaft mit einem starken interkontinentalen Angebot.
Das europäische Streckennetz soll weiterhin direkte Verbindungen in
die wichtigsten Zentren gewährleisten und in Zürich zusätzlichen
Verkehr auf die Langstreckenflüge bringen.
Verbesserte Auslastung
SWISS führte im ersten Halbjahr 2004 insgesamt 70 612 Flüge durch und
beförderte rund 4.6 Millionen Passagiere. Die Anpassungen im
Streckennetz von SWISS sowie die branchenweit zu beobachtende
Erholung der Märkte haben sich positiv auf die Auslastung von SWISS
im ersten Halbjahr ausgewirkt. Die Flugzeuge waren durchschnittlich
zu 73.4 Prozent ausgelastet. Dies sind 4.7 Prozentpunkte mehr als im
gleichen Vorjahreszeitraum. SWISS hat ihr Angebot, gemessen in
angebotenen Sitzkilometern (ASK), im Vorjahresvergleich um 20.1
Prozent reduziert. Demgegenüber konnte der Rückgang des verkauften
Volumens, gemessen in verkauften Sitzkilometern (RPK), auf 14.6
Prozent begrenzt werden. Auf ihren Europastrecken steigerte SWISS den
Sitzladefaktor für das erste Halbjahr um 5.6 Prozentpunkte auf 60.3%.
Im Interkontinentalgeschäft resultierte eine Steigerung um 3.8
Prozentpunkte auf erfreuliche 79.1%. Verglichen mit dem ersten
Halbjahr 2003 sank der Durchschnittsertrag pro verkauftem
Sitzkilometer auf den Europastrecken um 8.3 Prozent, während auf den
Interkontinentalstrecken ein Anstieg um 1.8 Prozent verzeichnet
wurde.
Das von Swiss WorldCargo betriebene Frachtgeschäft entwickelte sich
im ersten Halbjahr 2004 positiv. Der Frachtladefaktor lag bei 85.8%
und damit 1.8 Prozentpunkte über dem Wert der gleichen
Vorjahresperiode. Trotz der durch die Streckennetzanpassungen bei
SWISS bedingten Abnahme der verfügbaren Frachtkapazitäten steht Swiss
WorldCargo auf einer nachhaltig profitablen Basis, die mittel- und
langfristig Wachstumsperspektiven eröffnet.
Hohe Zuverlässigkeit, aber unbefriedigende Pünktlichkeit
Im ersten Halbjahr 2004 konnte SWISS 98.97 Prozent der publizierten
Flüge durchführen. Sie steigerte damit ihre Zuverlässigkeit vom hohen
Vorjahresniveau nochmals um 0.75 Prozentpunkte. Nach wie vor
unbefriedigend ist aber die Pünktlichkeit der SWISS Flugoperation am
Heimatflughafen Zürich. Dies ist primär bedingt durch die von
Deutschland verordnete Beschränkung für Anflüge aus dem Norden und
die suboptimale Nutzung der Flughafenkapazität durch die Beschränkung
der Anzahl Flugbewegungen zu wichtigen Start- und Landezeiten.
Fokus auf bilateralen Partnerschaften
Zu den von SWISS in Eigenregie angeflogenen Zielen kommt eine
Vielzahl von Destinationen, die mit verschiedenen Partner-Airlines im
Codeshare bedient werden. Zu den bereits bestehenden Abkommen kamen
am 1. Juni gemeinsame Flüge mit Denim Airways auf den Strecken Zürich
- Venedig sowie Zürich - Florenz.
Nach langen Verhandlungen hatte sich SWISS Anfang Juni aus
strategischen Überlegungen entschieden, ihr Vielfliegerprogramm Swiss
TravelClub nicht, wie ursprünglich vorgesehen, in den Executive Club
von British Airways (BA) zu integrieren. Damit konnte der bilaterale
Vertrag zwischen SWISS und BA nicht umgesetzt werden, weshalb auch
der Beitritt zur oneworld-Allianz nicht vollzogen werden konnte.
Dies beeinträchtigt die bilateralen kommerziellen Abkommen mit den
übrigen Allianzpartnern nicht. Zusammen mit ihren Partnern bietet
SWISS ihren Kunden weiterhin ein weitverzweigtes Streckennetz mit
Verbindungen in alle fünf Kontinente. Mit dem Swiss TravelClub bleibt
den Kunden auch das attraktive SWISS Vielfliegerprogramm erhalten.
Eine moderne Langstreckenflotte
Per 30. Juni 2004 betrieb der Konzern eine Flotte von 85 Flugzeugen -
davon 80 im Linienverkehr bei SWISS, drei im Chartergeschäft und zwei
bei der Tochtergesellschaft Crossair Europe. Die Flotte hatte ein
durchschnittliches Alter von nur 5.7 Jahren.
Im Verlauf des ersten Halbjahres konnte SWISS die Erneuerung ihrer
Langstreckenflotte erfolgreich abschliessen. Am 26. Juni ging die
neunte Maschine vom Typ Airbus A340-300 in den Liniendienst. Die
letzte Boeing MD-11 soll mit dem Wechsel zum Winterflugplan per Ende
Oktober aus dem Liniendienst genommen werden. SWISS verfügt damit auf
der Langstrecke über eine reine Airbusflotte und bietet ihren
Fluggästen modernsten Reisekomfort.
Im Bereich der Regionalflotte wurde im Hinblick auf die
Turnaround-Situation beschlossen, die Auslieferung der ersten Embraer
170, die für den Dezember 2004 vorgesehen war, auf einen späteren
Zeitpunkt zu verschieben. Der Flugzeugtyp bleibt aber Bestandteil der
zukünftigen Flotten- und Netzwerkplanung.
Anpassung der Führungsorganisation und verringerter Personalbestand
Im Sinne einer effizienteren und stärker marktorientierten
Führungsstruktur hat der Verwaltungsrat von SWISS auf 1. September
2004 verschiedene organisatorische Anpassungen mit personellen
Veränderungen beschlossen. Die Division Marketing und Services wird
auf die Divisionen Sales (neu Sales und Marketing) und Operations
aufgeteilt. Der bisherige Leiter Marketing und Services, Daniel
Weder, wird neue Aufgaben innerhalb von Operations übernehmen. Neuer
Leiter der Division Netzwerk wird Harry Hohmeister (40), zur Zeit bei
Thomas Cook/Condor tätig. Er wird auf Ende 2004 Martin Isler ablösen,
der neue Aufgaben übernehmen wird. Dank der schlankeren
Führungstruktur und der direkten Einbindung von Marketing, Sales und
Netzwerk in das Management Board erübrigt sich die Neubesetzung des
Managing Director Commerce (CCO). Zur Konzernleitung (Management
Board) gehören künftig: CEO Dr. Christoph Franz, Managing Director
Operations Manfred Brennwald, Managing Director Finances Ulrik
Svensson und die Leiter Netzwerk (Harry Hohmeister), sowie Sales und
Marketing (Oliver Evans). Die neugeschaffene Stabsstelle Corporate
Strategy wird vom deutschen Wirtschaftsingenieur Dr. Christoph
Beckmann (40) besetzt.
SWISS reduzierte die Anzahl Vollzeitstellen per Ende Juni 2004 auf 7
252. Dies sind 820 Stellen weniger als Ende Dezember 2003 gezählt
wurden. 6 571 Vollzeitstellen entfielen auf die Muttergesellschaft,
681 auf verschiedene Tochtergesellschaften.
Die 7 252 Vollzeitstellen verteilten sich auf weltweit 8 449
Mitarbeiter.
Der vollständige Halbjahresbericht steht auf unserer Internetseite
swiss.com unter der Rubrik "Über SWISS > Investor Relations >
Finanzberichte" zur Verfügung. Alternativ kann der Bericht unter der
Telefonnummer +41 (0)1 564 20 80 bestellt werden.
Die Medienkonferenz zum Halbjahresresultat beginnt um 13.30 Uhr. Bis
zu diesem Zeitpunkt wird SWISS diese Medienmitteilung nicht weiter
kommentieren.
Für Journalisten und Analysten, welche nicht an der Medienkonferenz
in Basel teilnehmen, stehen der Präsident der Konzernleitung und CEO
von SWISS, Dr. Christoph Franz, sowie der Managing Director
Finance, Ulrik Svensson um 16.30 Uhr an einer kurzen Telefonkonferenz
(in englischer Sprache) für Fragen zur Verfügung. Tel. Nr. +41 (0) 1
419 9021 (CHF 0,08 pro Minute innerhalb der Schweiz, Internationale
Tarife aus dem Ausland).
Die Medienmitteilung zum Halbjahresresultat 2004 inklusive
Tabellen ist auf folgendem Link als PDF abrufbar:
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