, boerse-express

"Ausstiegs-Fenster" bei Franken-Krediten noch immer offen

Die Erste Bank rät heimischen Franken-Kreditnehmern weiterhin, einen Ausstieg aus ihrer Fremdwährungsschuld zu überlegen. Auch vier Monate, nachdem die Schweizerische Notenbank SNB einen Franken-Mindestkurs von 1,20 Euro festgelegt hat, sieht Vorstand Thomas Uher dies noch immer als ein "Window of Opportunity" für einen zumindest teilweisen Exit: "Es gibt noch immer einen Franken-Befestigungsdruck. Die Kunden sollten daher überlegen, was sie tun wollen", erklärte Uher im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Eine vollständige Konvertierung des Franken-Kredits bei 1,20 Euro würde den meisten Betroffenen aber Verluste bescheren, da die Einstiege meist bei 1,40 oder 1,45 Euro je Franken erfolgt seien. Überlegenswert sei aber, einen Teil der Ausleihung in Euro zu konvertieren oder den endfälligen Tilgungsträger zu beenden und sich auf eine laufende Kredittilgung zu konzentrieren. Derzeit entscheide sich rund ein Drittel der betroffenen Kunden für eine Konvertierung, berichtete Uher, nur ein Drittel mache gar nichts.

Durch die bisherige Kunden-Beratung sei doch eine gewisse Reduktion des Franken-Obligos gelungen, so Uher. Die Beratung setze man fort. Neue Kredite in Franken würden nur noch vereinzelt an "Grenzgänger" in Westösterreich vergeben, die in der Schweiz arbeiten und in dortiger Währung verdienen. Ansonsten halte man sich - wie auch die Mitbewerber - an die strikten Vorgaben von Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) und Finanzmarktaufsicht (FMA), die praktisch auf ein Verbot für Fremdwährungskredite hinauslaufen. (Schluss) sp/ggr

Relevante Links: Erste Group Bank AG