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Kaufhof: Karstadt-Eigner Berggruen über Favoritenrolle von Signa verärgert

Im Bieterrennen um die deutsche Warenhauskette Kaufhof werden die Töne rauer: Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen ist über die Favoritenrolle der österreichischen Immobiliengruppe Signa sauer und fühlt sich von der Kaufhof-Mutter Metro schlecht behandelt."Wir sind der logische Käufer, denn wir könnten die beiden großen deutschen Warenhausketten unter einem Dach bündeln", so Berggruen in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vom Donnerstag.

Verkäufer Metro hat mittlerweile drei Angebote für die Warenhauskette Kaufhof am Tisch liegen. Neben der Signa-Gruppe des Tirolers Rene Benko und Berggruen hat auch ein Konsortium um den ehemalige KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban Interesse bekundet. Hinter Signa-Holding soll der griechische Reeder und Milliardär George Economou stehen. Zu seinen Investoren zählt Benko weiters den ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der auch in den Signa-Aufsichtsrat einziehen soll. Metro-Vorstand Eckhard Cordes und Wiedeking kennen sich aus der Autobranche laut FAZ gut, da Cordes vor der Metro im Daimler-Vorstand war.

Der Karstadt-Eigentümer kritisiert, dass Signa im Bieterprozess bevorzugt werde. Er verstehen den Verkaufsprozess nicht. "Signa macht seit vier Wochen eine eingehende Unternehmensprüfung, auch für jede einzelne Immobilie, und hat einen riesigen zeitlichen Vorsprung". Ihm habe die Metro lediglich in einer E-Mail mitgeteilt, dass das Unternehmen zögere, sich mit seinem Angebot überhaupt auseinanderzusetzen. "Da dachte ich erst, das sei ein Witz", so Berggruen. Er fordere einen "sauberen Verkaufsprozess", der allen ernsthaft interessierten, seriösen Partnern Einblick in die relevanten Daten gebe.

Berggruen glaubt jedenfalls nicht, dass Benko ein Interesse am operativen Warenhaus Geschäft habe. Er frage sich nämlich, "warum ein Immobilieninvestor wie Signa, dessen Fokus ja nicht die strategische Weiterentwicklung des Warenhauses, sondern vor allem anderen die Mieterträge aus den Immobilien ist, überhaupt so interessiert ist". Bei den genannten Preisen für Kaufhof und seine Immobilien seien die Mietrenditen für einen Immobilieninvestor gar nicht mehr besonders spannend, es sei denn die Mieten würden nach der Übernahme stark erhöht oder die Häuser anders als als Warenhäuser genutzt.

Es müsse jedenfalls im Interesse aller Metro-Aktionäre sein für einen sauberen Verkaufsprozess zu sorgen, der allen ernsthaft interessierten, seriösen Parteien Einblick in den sogenannten Datenraum gibt, sagte Berggruen. Er habe im Paket das bessere Angebot vorgelegt und bringe erfahrene Partner mit.

(APA/Reuters)

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