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SWISS: Ergebnis für das Geschäftsjahr 2003
Die strategische Neuausrichtung des Konzerns verläuft nach Plan. Sie
beruht auf drei Eckpfeilern: (1) einem nachhaltig profitablen
Streckennetz und der entsprechenden Verkleinerung der Flotte, (2) der
deutlichen Senkung der Kostenstruktur, sowohl im Flugbetrieb wie auch
in der Verwaltung und (3) SWISS in Europe, der Antwort von SWISS auf
sich verändernde Konsumgewohnheiten in Europa und die zunehmende
Konkurrenz durch die europäischen Billig-Fluggesellschaften. Zur
Finanzierung der damit verbundenen Restrukturierung waren bereits im
dritten Quartal CHF 205 Mio. zurückgestellt worden. Diese
Rückstellungen dienen zur Deckung der Kosten aus dem Sozialplan und
aus Frühpensionierungen sowie der Kosten aus der Schliessung von
Auslandvertretungen und aus dem Ausscheiden von Flugzeugen aus der
Flotte.
Operatives Ergebnis (EBIT) bei minus CHF 498 Mio.
SWISS weist für das Geschäftsjahr 2003 ein Betriebsergebnis vor
Restrukturierungskosten (EBIT) von minus CHF 498 Mio. aus. Dies
entspricht einer Verringerung des operativen Verlustes um 45.2%. Der
EBIT vor Restrukturierungskosten betrug im vierten Quartal 2003 minus
CHF 90 Mio. und lag damit etwas unter dem saisonbedingt stärkeren
dritten Quartal, welches mit CHF minus 62 Mio. abgeschlossen wurde.
Das Finanzergebnis reflektiert die positiven Auswirkungen des
tieferen US-Dollars. Nach der Berücksichtigung des Finanzergebnisses,
der Ertragssteuern sowie konzernbedingter Posten weist SWISS damit
für das Geschäftsjahr 2003 einen Verlust nach Restrukturierungskosten
in der Höhe von CHF 687 Mio. aus. Im Vorjahr hatte der Verlust bei
CHF 980 Mio. gelegen.
Liquidität von CHF 503 Mio.
Aktives Cash Management spielt im Rahmen der Turnaround Massnahmen
von SWISS eine zentrale Rolle. Verschiedene im Laufe des Jahres 2003
getroffene Massnahmen wirken sich positiv aus. Die konsolidierte
Bilanz zeigt per 31. Dezember 2003 eine Liquidität (flüssige Mittel,
Festgeldanlagen und handelbare Wertpapiere) von CHF 503 Mio. Die
getroffenen Massnahmen beschränkten den Abfluss der Liquidität im
vierten Quartal auf CHF 152 Mio., dies trotz der Belastung durch die
Kosten der Restrukturierung und die Auslieferung von fünf neuen
Airbus A340.
Im Rahmen des bevorstehenden Beitritts zur Allianz oneworld ging
SWISS eine strategische Partnerschaft mit British Airways ein. Nebst
kommerziellen Aspekten beinhaltete diese strategische Allianz auch
eine Garantie von British Airways über CHF 50 Mio. Dank dieser
Garantie konnte am 12. März mit Barclays Bank Plc. ein Kreditvertrag
über diesen Betrag abgeschlossen werden. SWISS bezog den gesamten
Betrag am 16. März 2004.
Losgelöst von der vom operativen Geschäftsverlauf geprägten
Entwicklung der Liquidität ist SWISS daran, einen Liquiditätspuffer
zur Abfederung von unvorhergesehenen Ereignissen zu beschaffen. SWISS
führt darum schon seit mehreren Monaten intensive Gespräche mit den
Schweizer Grossbanken und weiteren internationalen Finanzinstituten.
Da die Verhandlungen auch die Refinanzierung von Teilen der SWISS
Flugzeugflotte beinhalten (die Flugzeuge sollen als Sicherheit für
den Kredit dienen), sind die Gespräche äusserst komplex und benötigen
mehr Zeit als ursprünglich angenommen. Der Zeitdruck für den
Abschluss dieser Verhandlungen hat sich allerdings im Vergleich zum
Beginn der Restrukturierung massiv reduziert. Dazu tragen die besser
als erwartete Entwicklung der Liquidität, der Kredit der Barclays
Bank, die bevorstehenden ertragreicheren Sommermonate, wie auch die
erzielten Kostensenkungen bei. Entgegen der ursprünglichen Planung
verfügt SWISS am tiefsten Punkt im zweiten Quartal 2004 über mehr als
CHF 250 Mio. an flüssigen Mitteln. Danach wird ein erneutes Ansteigen
der Liquidität erwartet.
Eigenkapital
Das Eigenkapital lag nach Verbuchung des Verlustes für das Jahr 2003
bei CHF 1 022 Mio. Per 31. Dezember 2003 belief sich die
Eigenkapitalquote damit auf 26.4%.
Anlässlich der ordentlichen Generalversammlung vom 6. Mai 2003 war
die Herabsetzung des Nennwertes von CHF 50 auf CHF 32 pro Aktie
beschlossen worden. In der Folge reduzierte sich das Aktienkapital um
CHF 946 Mio. von CHF 2 627 Mio. auf CHF 1 681 Mio. Gleichzeitig
wurde das Agio um CHF 338 Mio. reduziert und der Verlustvortrag im
gleichen Gesamtumfang verringert. Das Aktienkapital erhöhte sich
durch die Ausgabe einer geringen Anzahl neuer Aktien (bedingtes
Kapital) in der zweiten Hälfte des Jahres 2003 auf CHF 1 685 Mio.
Der Wert des Flugzeugparks lag per Bilanzstichtag am 31. Dezember
2003 bei CHF 2 247 Mio. und damit CHF 181 Mio. über dem
Vorjahreswert. Diese Erhöhung ergab sich wegen der Ablieferung von
insgesamt sieben neuen Airbus A340 im Laufe des Jahres 2003. Dem
stand der Verkauf diverser überzähliger Flugzeuge gegenüber. Die
Position Immobilien, Mobilien und Einrichtungen lag bei CHF 246 Mio.
Aufgrund von Sonderabschreibungen auf nicht mehr genutzten
Gebäudeteilen in Basel, Zürich und Genf beliefen sich die
Abschreibungen im vierten Quartal auf total CHF 49 Mio. Aufgrund von
im Laufe des Jahres 2003 aktivierten Investitionen, zeigt der
Vergleich mit dem per Ende 2002 ausgewiesenen Wert lediglich eine
Verringerung von CHF 20 Mio. Die Anlageintensität betrug zum
Bilanzstichtag 70.4% (im Vorjahr 54.9%).
Auslastung
Ein äusserst turbulentes und depressives Marktumfeld schlug sich im
ersten Halbjahr 2003 branchenweit in einer Verlangsamung der
Nachfrage und damit verbunden in tieferen Auslastungszahlen nieder.
Obwohl sich der Markt in der Zwischenzeit von den verschiedenen
Krisen erholt, sind die durchschnittlichen Zahlen zu Nachfrage und
Auslastung im Jahr 2003 dadurch belastet.
2003 transportierte SWISS total 10.66 Mio. Passagiere und erzielte
über das Jahr gesehen eine durchschnittliche Auslastung
(Sitzladefaktor) von 72.4%. Dies entspricht einer Steigerung von 1.4
Prozentpunkten im Vorjahresvergleich. Im vierten Quartal 2003 stieg
die Auslastung aber deutlicher als über die Gesamtjahresperiode
betrachtet und erreichte einen Wert von 75.0%, eine klare Steigerung
von 4.2 Prozentpunkten gegenüber der Vorjahresperiode. Die Lancierung
des neuen Geschäftskonzeptes SWISS in Europe per Ende August 2003 und
die Anpassungen im Streckennetz, welche mit der Umstellung auf den
Winterflugplan 2003/04 per 26. Oktober zum Tragen kamen, zeigten
offensichtlich Wirkung.
Erträge
Aufgrund einer mehr als zögerlich verlaufenden wirtschaftlichen
Erholung in Europa und den nachfragehemmenden Auswirkungen der
Terrorgefahr sowie anderer internationaler Krisen, hält der
branchenweite Druck auf die Durchschnittserträge pro Passagier an.
SWISS leidet mit der gesamten Branche unter dem anhaltenden Druck auf
die Erträge. Positiv entwickelt sich aber die wichtigste
Ertragskennzahl, der durchschnittliche Ertrag pro angebotenem
Sitzkilometer (RASK). Dieser wird von der Auslastung und dem
Durchschnittsertrag pro Passagier bestimmt. SWISS verzeichnet beim
RASK einen positiven Trend, sowohl im Europageschäft als auch auf
den Interkontinentalstrecken. Auf den Interkontinentalstrecken stieg
der RASK, verglichen mit der Vorjahresperiode, von minus 10 % im
zweiten Quartal auf minus 4 Prozent im dritten Quartal und auf minus
zwei Prozent im vierten Quartal. Auf den europäischen Strecken zeigte
der RASK nicht nur einen positiven Trend, sondern verbesserte sich im
Vergleich mit dem Vorjahr auch in absoluten Zahlen: Nach einem
negativen Start mit einem Minus von 2% gegenüber dem Vorjahreswert im
zweiten Quartal, lag der RASK im dritten Quartal 2% und im vierten
Quartal 9% über dem Vorjahreswert. Die Zahlen des ersten Quartals
können nicht verglichen werden, da SWISS erst ab dem zweiten Quartal
2002 interkontinentale Strecken bediente. Die erfreuliche Entwicklung
beim RASK ist auf die Redimensionierung des Streckennetzes sowie die
Einführung von SWISS in Europe, dem neuen Konzept für Europa,
zurückzuführen. In ihrer Kombination haben diese Massnahmen zu einer
Verbesserung der Auslastung und zur Erhöhung des RASK geführt.
SWISS klar auf das Kerngeschäft fokussiert
SWISS ist als Konzern klar auf den Flugbetrieb als Kerngeschäft
fokussiert und erwirtschaftete im Jahr 2003 95.9 Prozent des
konsolidierten Betriebsertrags von CHF 4 126 Mio. in den Bereichen
Linienverkehr, Charter und Cargo. Die Passagiererträge aus dem
Linienverkehr steuerten mit CHF 3 326 Mio. den grössten Anteil bei.
CHF 498 Mio. wurden von Swiss WorldCargo im Frachtgeschäft generiert.
Das Ergebnis ist aber nicht mit jenem aus dem Jahr 2002 vergleichbar,
da SWISS im ersten Quartal 2002 noch keine interkontinentalen
Strecken bediente. Das Chartergeschäft steuerte CHF 133 Mio. zum
Konzernumsatz bei. Im konsolidierten Betriebsertrag von CHF 4 126
Mio. sind ferner, wie im Vorjahr, CHF 50 Mio. an übrigen Erträgen
enthalten. Es sind dies Erträge aus Catering, Bodenabfertigung und
Technik sowie Duty-Free- und Marketingerträge. Weitere CHF 119 Mio.
wurden im Rahmen von anderen Aktivitäten erwirtschaftet (z.B. Erträge
aus Call-Center Dienstleistungen). Dazu kamen ausserordentliche
Erträge (z.B. Buchgewinne auf veräussertem Anlagevermögen).
Wettbewerbsfähige Kostenstruktur
Im Rahmen der Restrukturierung von SWISS mussten die Kosten deutlich
gesenkt werden, um sowohl im Flugbetrieb als auch in der Verwaltung
eine wettbewerbsfähige Kostenbasis zu schaffen. Die angestrebte
Reduktion der Einheitskosten, als Kosten pro angebotenem
Sitzkilometer (CASK), war ab November 2003 erkennbar, als der
Stellenabbau erste Wirkung zeigte, das Streckennetz mit dem Wechsel
zum Winterflugplan 2003/04 angepasst worden war und die ersten neuen
Lieferantenverträge abgeschlossen waren. Die Wirkung der Massnahmen
wird sich im Laufe der Jahre 2004 und 2005 voll entfalten.
Der Materialaufwand, welcher unter anderem die Treibstoffeinkäufe,
die Kosten für den technischen Unterhalt und die Bordverpflegung
beinhaltet, belief sich auf CHF 1 262 Mio. Im Bereich des technischen
Unterhalts konnten durch die Verbesserung von Geschäftsprozessen und
die Neuverhandlung von Lieferantenverträgen Einsparungen erzielt
werden. Bei der Bordverpflegung wurde mit den Lieferanten eine neue
Form der Zusammenarbeit gefunden, die Einsparungen ermöglicht.
Der Dienstleistungsaufwand betrug in der Berichtsperiode CHF 1 401
Mio. und entwickelte sich je nach Kostenposition unterschiedlich. Bei
einigen Positionen kam es aufgrund des reduzierten Angebots, dank der
verstärkten Nutzung neuer Distributionskanäle (im speziellen dem
Internet) oder dank erfolgreicher Neuverhandlungen mit Lieferanten zu
Kostenreduktionen.
Der Personalaufwand betrug in der Berichtsperiode CHF 958 Mio. Diese
Zahl spiegelt den im Rahmen der Redimensionierung von SWISS erfolgten
Personalabbau lediglich in beschränktem Masse wider, da erst mit dem
Auslaufen von Kündigungsfristen und Verpflichtungen aus dem
Sozialplan die volle Wirkung eintritt. Ein Grossteil dieser
Verpflichtungen fiel erst im Laufe des vierten Quartals 2003 weg.
Die Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen resultierten primär
aus Währungsverlusten auf der Rückerstattung einer Vorauszahlung (US
Dollar) für Embraer Regional Jets. Die Rückerstattung erfolgte nach
der Reduktion der Bestellung um 30 Einheiten im Jahre 2003.
Der Finanzteil des Geschäftsberichts steht am Dienstag, 23. März,
2004 ab Konferenzbeginn um 11:00 Uhr auch auf der Internetseite
www.swiss.com, unter der Rubrik "Unsere Firma" > "Investor Relations"
> "Präsentationen" zur Verfügung.
Die Medienmitteilung zum Jahresabschluss 2003 inklusive Tabellen ist
auf folgendem Link als PDF abrufbar:
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