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Börse Express Kommentar: Wien zieht den Kürzeren

Es ist nur ein Nebenschauplatz, signalisiert aber die Negativ-Spirale, die viele für den Finanzplatz Wien infolge Aktienfrust der Anleger und Kapitalmarktunlust der Politiker befürchten. Monatelang wurde in Rumänien diskutiert, an welcher Börse der staatliche Restitutionsfonds Fondul Proprietatea (hält u.a. Aktien der OMV-Tochter Petrom und der Erste Group) sein Zweitlisting durchführen soll. London, Warschau und Wien schafften es in die engere Wahl, nun sind die Würfel so gut wie gefallen. Denn Fondsmanager Franklin Templeton empfiehlt nach einer sechsmonatigen Untersuchung und Gesprächen mit acht globalen Investmentbanken - Warschau.

Liest man sich die Begründungen durch, die Templeton für seine Empfehlung anführt, erhält man den Eindruck, dass schlussendlich nur zwischen London und Warschau abgewogen wurde, etwa wenn die Kosten für das Listing oder eine Indexgewichtung angesprochen werden.

Sicher, man darf das jetzt auch nicht überbewerten, aber mit einer Marktkapitalisierung von aktuell um die 2,5 Mrd. Dollar wäre Fondul nicht nur eine schöne Ergänzung (ist damit grösser als etwa Post oder Wienerberger) gewesen, sondern auch ein Signal an die Investorenwelt. So kommt Templeton eben zum Schluss, dass es Fondul am besten in Warschau gelingen wird, die auf CEE fokussierten Investoren anzusprechen. Leider dürfte der Fondsmanager mit dieser Meinung derzeit nicht allein sein...

Aus dem Börse Express vom 7. Juli 2011