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Europas Leitbörsen zur Eröffnung freundlich erwartet

Positive Vorgaben aus Übersee und starke Quartalszahlen vom US-Computerbauer Apple dürften am Donnerstag zum Abschluss der verkürzten Handelswoche europaweit für einen freundlichen Börsenstart sorgen. Der Future auf den EuroStoxx 50 stand gegen 8.10 Uhr um 0,63 Prozent über seinem Stand zum europäischen Handelsschluss am Vortag. Den britischen FTSE 100 erwarten Händler mit 0,58 Prozent im Plus. Vor allem die guten Geschäftszahlen des US-Computerherstellers dürften für Kauflaune sorgen, hiess es von Händlern. Apple hatte im ersten Quartal mit annähernd 6,0 Milliarden US-Dollar deutlich mehr verdient als erwartet.

Ausserdem dürften Zahlen vom französischen Elektronikkonzern Schneider Electric und der Hotelkette Accor am Morgen und vom finnischen Handybauer Nokia gegen Mittag für Bewegung an den Märkten sorgen. Ferner dürften die Baustoffwerte im Fokus stehen nach einer positiven Studie von Goldman Sachs.

Dank guter Vorgaben dürfte sich die Kursrally auch am deutschen Aktienmarkt am Gründonnerstag fortsetzen. Der X-DAX als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand gegen 8.05 Uhr bei 7.305 Punkten und damit um 0,77 Prozent über dem Xetra-Schlussstand vom Mittwoch. Gute Intel-Zahlen und weitere positiv aufgenommene Quartalsbilanzen hatten dem DAX am Vortag zum grössten Kurssprung seit Ende Mai 2010 verholfen.

Auf Unternehmensseite sorgten vorläufige Zahlen bei Fuchs Petrolub im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz (L&S) für ein Plus von 1,55 Prozent. Der Schmierstoff-Hersteller will nach einem starken ersten Quartal den Vorjahresgewinn übertreffen. Für 2011 werde beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein Wert über den 250,1 Millionen Euro aus dem Jahr 2010 angestrebt, hatte das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mitgeteilt. Händler hatten bereits eine positive Kursreaktion erwartet.

Beim Schaltkreis-Hersteller Dialog Semiconductor sorgten die Zahlen von Apple vorbörslich für ein Kursplus von 1,62 Prozent. Das TecDAX-Mitglied Dialog gilt als einer der Zulieferer für Apple.

Roth & Rau aus dem TecDAX waren ebenfalls bereits vorbörslich bewegt und gaben knapp 0,2 Prozent nach. Beim Solaranlagenbauer könnte sich ein Übernahmekampf anbahnen. Der Schweizer Konkurrent Meyer Burger kommt bei der geplanten Übernahme von Roth & Rau zumindest teilweise voran. Der niederländische Roth & Rau-Grossaktionär OTB verkaufte sein 6,34-prozentiges Aktienpaket an die Schweizer. Damit steige der Anteil an dem sächsischen Unternehmen auf 17,7 Prozent. Allerdings könnte sich mit dem deutschen Solarunternehmen Rena ein Gegenspieler positionieren. Rena-Chef Jürgen Gutekunst erhöhte seinen Anteil an Roth & Rau jüngst auf mehr als zehn Prozent.

Etwas schwächer tendierten die T-Aktien vorbörslich bei L&S. Börsianer verwiesen auf ein Presse-Interview mit Vorstandschef Rene Obermann, in dem sich der Konzernchef weiter davon überzeugt zeigte, trotz des grossen Widerstands in Amerika die Aufsichtsbehörden vom Nutzen der Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T überzeugen zu können. "Der Wettbewerb in den Vereinigten Staaten wird sehr intensiv bleiben", sagte Obermann der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Ein Händler sah darin allerdings eine reine Bestätigung. Nach dem Verkauf soll der Konzern bis 2015 zum Wachstum aus eigener Kraft zurückfinden. (APA/dpa-AFX)