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Holger Scholze: Japanischer Yen steigt auf Rekordhoch

Moderate Abschläge an Börse Tokio


Die Lage in Japan ist weiterhin äußerst bedrohlich. Die Angst vor einem atomaren Super-GAU im Kernkraftwerk von Fukushima ist enorm groß.

Der NIKKEI 225 verzeichnete heute vergleichsweise moderate Abschläge. Er fiel um 1,4 Prozent auf 8.962 Zähler. Dafür stieg der Wert des Japanischen Yen auf ein neues Rekordhoch. Devisenhändler gehen davon aus, dass viele Japaner im Ausland ihre Vermögenswerte auflösen und ins eigene Land holen, denn dort werden sie jetzt dringend benötigt. Ein US-Dollar kostete in der Nacht 76,25 JPY. Im Vergleich dazu: Nach dem schweren Erdbeben in Kobe 1995 rutschte der Kurs auf 79,75 JPY. Am Vormittag lag die Notierung bei 78,43 JPY. Deshalb werden jetzt auch die Rufe nach Interventionen am Devisenmarkt lauter.

Der japanische Wirtschaftsminister Yosano geht davon aus, dass die japanische Wirtschaft intakt bleibe. Zudem erwartet er, dass die G7-Partner helfen werden, um weitere Folgen der Katastrophe für die Weltwirtschaft zu vermeiden. Darüber hinaus rief er die Investoren auf, Ruhe zu bewahren.

Der DAX kletterte am Vormittag bis auf 6.609 Zähler. Im weiteren verlauf gab er aber wieder etwas nach, so dass der Kurs nun bei 6.575 Punkten mit 1,0 Prozent im Plus notierte.

Die Mehrheit der Derivateanleger nahm am Vormittag Gewinne bei Call-Optionsscheinen und Long-Zertifikaten auf den DAX mit. Der Euwax Sentiment Index lag im Tief bei minus 31,7 Punkten. Im weiteren Verlauf zog er dann wieder in den Bereich der Nulllinie.

Stärkster Gewinner im DAX ist die Aktie von Heidelberg Cement mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent auf 45,89 Euro. Der aktuelle Ausblick des Bauindustrie-Zulieferers überzeugte die Analysten.

Börse Stuttgart TV – aktuell: Handeln in Extremsituationen

Was wäre, wenn es in Japan wirklich zum atomaren Super-GAU käme? Diese schlimmen Vorstellungen würden das menschliche Leid unermesslich anwachsen lassen. Deshalb hoffen wir weiterhin, dass die schlimmste Katastrphe abgewendet werden kann! Doch könnte die Weltwirtschaft eine solche Katastrophe verkraften? Müsste noch mehr Geld gedruckt werden? Dr. Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, war mit seiner aktuellen Analyse bei Börse Stuttgart TV.