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Banken: 2011 ist Jagd nach Wachstum wieder angesagt

Banktitel rangieren in der Gunst der Investoren derzeit ziemlich weit unten, was angesichts der ungelösten Probleme rund um die europäische Schuldenkrise nicht überrascht. Seit Jahresbeginn haben euro­-päische Banktitel rund 3% (gemessen am Bloomberg Europe Bank Index) an Wert verloren und damit deutlich schwächer als der breitere Markt performt.

Auf Einzeltitelbasis klaffen freilich die Entwicklungen weit auseinander: Am schlechtesten hat die National Bank of Greece performt (-54%), am besten die Royal Bank of Scotland (+44%). Die Erste Group rangiert übrigens europaweit an 5. Stelle, hat sie seit Jahresbeginn doch rund 30% zugelegt. Die Raiffeisen Bank International schafft es vergleichsweise auf magere 4%.

Zum Wochenschluss kommen einige positive Kommentare zu Austro-Banken von Analystenseite. Auffallend dabei: Der Fokus liegt wieder am Wachstum. Thomas Stögner von Macquarie stuft Erste Group und Raiffeisen Bank International mit Overweight ein und sieht jeweils knapp 30% Kurspotenzial für die Titel. Das neue Kursziel für RBI lautet auf 50, jenes für die Erste Group auf 41 Euro. Die beiden Austro-Banken seien die beste Möglichkeit, um auf die Erholung in CEE zu setzen, nicht zuletzt weil einige Peers, wie KBC und UniCredit, mit unternehmensspezifischen Herausforderungenkonfrontiert sind.

"Unsere Investmentthese für beide Banken basiert auf einem guten Gewinnwachstum, einer starken Kapitalgenerierung und der Rückkehr zu einer attraktiven Profitabilität bei moderatem Risiko", so Stögner. Während die durchschnittliche europäische Bank voraussichtlich Schwierigkeiten haben wird, um Wachstumsmöglichkeiten zu finden, sei dies für Erste und RBI dank des CEE-Engagements und dem stärkeren Wirtschaftswachstum in dieser Region ein geringeres Problem. "Wir denken, dass der Markt wieder stärker auf das Wachstumspotenzial beim Gewinn fokussieren wird", so der Analyst. Und das sollte die beiden Banktitel stärker ins Scheinwerferlicht rücken. Macquarie erwartet für 2011 ein Gewinnwachstum von 40% für die Erste Group und von 24% für Raiffeisen. 2012 sollten die Gewinne um 27% bzw. 21% steigen, im Folgejahr um jeweils 14%. Für Raiffeisen sollte dabei ein nachhaltiger Return on Equity zwischen 15 und 16% möglich sein, für die Erste von 11 bis 12%.

"Hunt for growth" ist auch für die Citi-Analysten rund um Ronit Ghose und Stefan Nedialkov das Thema für den Bankensektor im kommenden Jahr. Sie gewichten die Bankaktien in UK (International), Russland, Schweiz, Italien und Österreich über, für Deutschland, die iberische Halbinsel und Griechenland setzt es ein Underweight. Für die österreichischen Banken sprechen das erwartete Kreditwachstum in CEE, das 2011 je nach Region zwischen 5 und 15% zu liegen kommen sollte. Die Risikovorsorgen sollten sich zudem ab Ende 2011 wieder normalisieren. Verglichen mit globalen Emerging Markets Banken sei die Kapitalausstattung der heimischen Banken zwar am unteren Ende angesiedelt, die organische Gewinnentwicklung sollte aber die Kapitalbasis bis 2012 aufpolstern können.

"Unser Favorit in Österreich ist die Erste, da wir bei Raiffeisen Bedenken haben, dass es zu einer Kapitalerhöhung kommen könnte. Raiffeisen wiederum hat ein bedeutenderes Engagement in Russland und den GUS-Staaten und könnte daher outperformen, falls das Wachstum in diesen Ländern stärker als erwartet ist." In die Liste der Top Picks der Citi schaffen es die Austro-Banken allerdings nicht. Da werden Credit Suisse, Intesa, Sberbank, SocGen und Standard Chartered angeführt. (bs)


Aus dem Börse Express vom 10. Dezember 2010

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