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Gillinger: ATX: Das ist heute zu beachten - Immofinanz, Intercell und JoWooD bauen ab

Die Woche begann jedenfalls gut. Andritz zeigte sich mehr als in Form, was honoriert wurde. Und die OMV begeisterte mit der gestiegenen Wahrscheinlichkeit, dass Petrol Ofisi nicht per Kapitalerhöhung finanziert wird. Zur engeren Wahl steht hybrides Fremdkapital (Eigenmittel!) oder eine Wandelschuldverschreibung.

Der Verbund startet heute das Unternehmen Kapitalerhöhung, was der EVN im zweiten Anlauf nun gelungen ist. Womit diese beim Verbund in Cash zahlen kann.

Ob wir heute wieder positive Überraschungen sehen? Eher nicht. Vienna Insurance CEO Günter Geyer ist mit seinen Aussagen zur Gewinnentwicklung immer sehr treffsicher (mit einem kleinen Spielraum nach oben). Neun neun Monaten sieht der APA-Konsens die Bruttoprämienentwicklung mit plus 7,3 Prozent auf 6,55 Milliarden Euro, den Vorsteuergewinn bei plus 9,3 Prozent auf 372,2 Mio. und Netto bei plus 8,8 Prozent auf 286,2 Millionen.

Gleich Rückgänge werden bei Intercell erwartet. Die Umsatz-Schätzung der ersten drei Quartale liegt bei 23,3 Mio. Euro, minus 21 Prozent, das Mittel der Schätzungen für das EBIT bei minus 45,8 Mio. Euro, nach minus 38,4 Millionen. Unterm Strich dürfte sich das Minus von 25,9 auf 42,3 Mio. Euro vergrössert haben. Q3-Zahlen gibt es auch von Century Casinos.

Vergrössert müssen sich auch die Differenzen bei A-Tec haben. Eigentlich wurde uns indirekt vom KSV bis Montag eine Lösung der Finanzprobleme in Aussicht gestellt – Montag war einmal.

Nicht solange wird die ao HV von JoWooD dauern. Nicht nur, dass dort noch schuldige Quartalszahlen vorgelegt werden, beschlossen soll vor allen eine Nennwertreduzierung werden, also ein Kapitalschnitt zur Verlustabdeckung.

Weniger soll's auch bei Immofinanz werden. Hier geht es aber nicht um Verluste, sondern die frei handelbaren Aktien. Denn CEO Zehetner will 47,35 Millionen eigener Aktien (4,53%) zurückkaufen, kam gestern noch als Abendmeldung. Das Programm läuft ab Freitag.

Weitere Immomeldung kam zu conwert: Die Familienstiftung des Bauindustriellen Hans Peter Haselsteiner hält nun 6,01 Prozent oder Stimmrechte.

Die internationale Zahlenfront ist heute nur für das Peergroup-Unternehmen Post interessant, die Deutsche Post legt Zahlen. Dazu Vallourec, Adecco und aus Übersee Tyco.

Makro ist wieder Nebenfront, noch am interessantesten Grossbritanniens Industrieproduktion im September (die Q3-BIP-Schätzung war nicht schlecht, werden es diese Zahlen auch nicht sein) und die Handelsbilanz. Vom deutschen VPI gibt’s bereits eine Erstprognose. schönen Tag

Was bisher geschah: 25. Jänner Kauf ATX XXL WAVE Put mit 24,2/24,4; Stopp-Loss 4800 Punkte (ISIN DE000DB91DA0) - verkauft - Gewinn 5,1% 28. Jänner Kauf ATX XXL WAVE Call mit 5,52/5,72; Stopp-Loss 2070 Punkte (ISIN DE000B2QA21) – verkauft – Verlust 5,15% 2. Februar Kauf ATX XXL WAVE Call mit 1,51/1,71; Stopp-Loss 2480 Punkte (ISIN DE000DB6G389) – ausgestoppt am 4.2. – Verlust 29,8% 2. Februar Kauf ATX XXL WAVE Put mit 2,32/2,52; Stopp-Loss 2680 Punkte (ISIN DE000DB6A234) - verkauft - Gewinn 23,4% 7. Februar: Kauf ATX XXL Wave Call mit 12,14/12,26, Stopp-Loss 1230 Punkte (ISIN DE000DB4JAF5) verkauft - Gewinn: 1,5% 16. Februar: Kauf ATX XXL Wave Call mit 3,05/3,25; Stopp-Loss 2280 Punkte (ISIN DE000DB4QW56) - verkauft - Verlust 7,2% 4. März: Kauf ATX XXL Wave Call mit 2,29/2,49; Stopp-Loss 2280 Punkte (ISIN DE000DB4QW56) 10. März: Verkauf Hälfteposition Call DE000DB4QW56 - Gewinn 10,2% 29. März: Verkauf der zweiten Hälfte Call DE000DB4QW56 -Gewinn 37,4% 6. April: Kauf ATX XXL Wave Call mit 4,38/4,58; (ISIN DE000DB4QW56) 15. April: Verkauf der Hälfte-Position von DE000DB4QW56 - Gewinn 13,21%. 21. April: Verkauf der zweiten Hälfte-Position von DE000DB4QW56 - Gewinn 8,84%. 27. April: Kauf ATX XXL Wave Call mit 5,28/5,48; (ISIN DE000DB4QW56) - halbe Position (Stopp-Loss 2280) 28. April: Kauf ATX WAVE XXL Put (ISIN DE000DB6PY46) mit 2,69 auf 2,89 03. Mai Verkauf ATX WAVE XXL Put (ISIN DE000DB6PY46) - Gewinn 10,03%. 10. Mai Kauf ATX WAVE XXL Put (D000DB96LA2) mit 6,25 auf 6,45 - halbe Position. 21. Mai Verkauf ATX XXL Wave Call (DE000DB4QW56) - Verlust 19,89% 25. Mai Verkauf ATX WAVE XXL Put (D000DB96LA2) - Gewinn 26,28% 26. Mai Kauf ATX WAVE XXL Put (D000DB96LA2) mit 7,10 auf 7,30 7. Juni Verkauf WAVE XXL Put (D000DB96LA2) - Gewinn 15,89% 7. Juni Kauf WAVE XXL Call (DE000DB2QA21) mit 2,44 auf 2,64 - halbe Position. 8. Juni Verkauf WAVE XXL Call (DE000DB2QA21) - Gewinn 1,89% 21. Juni Kauf WAVE XXL Put (DE000DB85S8) mit 2,40 - 2,60 24. Juni Verkauf WAVE XXL Put (DE000DB85S8) - Gewinn 22,31% 17. August Kauf WAVE XXL Put (DB96LA) um 5,83 17. August Kauf ATX WAVE XXL Call (DB9L3L) um 5,06 - Verkauf um 4,87 - Verlust 3,6 Prozent. 13. September Kauf ATX WAVE XXL Call (DB2Qa2) um 5,20. 8. Oktober Verkauf WAVE XXL Put (DB96LA) - Verlust 25,7%

Was wurde bisher gelernt? Risiko und spekulieren sind Tabus. Der "Bauch" gehört ausgeschaltet Der ATX macht bei einem RSI von etwa 40 regelmässig halt und strebt wieder nach oben. Divergenzen zwischen der Entwicklung von RSI und ATX sind ernst zu nehmen. Bei Produkten mit eingebautem Stopp-Loss-Kurs darf es keinen Zeitmangel geben.

Rein um nicht mit einem heimischen Anbieter in den ‚Clinch’ zu kommen, bediene ich mich zumindest in einem ersten Schritt einzig im Produktsortiment der Deutsche Bank, mit dem Nachteil, dass es im Vergleich klein ist. Auf den ATX gibt es von der Deutsche Bank sogenannte WAVEs, XXL steht dann zumeist für endlose Laufzeit (siehe http://www.xmarkets.at). Als kleine Besonderheit weisen diese Papiere einen Hebel sowie eine Knock-out-Schwelle auf. Im „Handbuch“ ( Technical Analysis of the Futures Markets) steht, dass primäre Aufgabe ist, den langfristigen Trend des Marktes zu eruieren. Bloomberg liefert Daten bis 1986 – also bitte – siehe Chart.

Zweiter Schritt (laut Handbuch): Stimmt dieser langfristige mit dem mittelfristigen Trend überein? Und empfiehlt fünf Jahre (siehe Chart).

Lang- und Mittelfrist-Trend stimmen somit NICHT überein.

Der Mittelfristtrend ist dann noch im kurzfristigeren Neun-Monat-Bereich abzutesten (siehe Chart). Und warum das Ganze? Der Sinn eines Trendfolgers ist es, neue Trends schnellstmöglich zu identifizieren, das deckt der MACD ab. Im Gegensatz dazu ist der RSI ein Oszillator (misst Kursausschläge rund um ein statistisches Mittel), dessen Hauteinsatzgebiet der trendlose Markt ist. Während Trendphasen warnt ein Oszillator aber vor kurzfristigen Marktextrempunkten. Das muss noch keine Trendumkehr bedeuten, aber vielleicht etwas wie kurzfristige Gewinnmitnahmen.