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ANALYSE/Pictet: Aktien sind attraktiv - KI-Boom aber sorgt für Inflationsdruck

Angesichts der robusten Weltwirtschaft sind Fachleute der Vermögensverwaltung Pictet grundsätzlich weiter optimistisch für die Börsen. Zudem dürfte das überraschend hohe Gewinnwachstum insbesondere der US-Unternehmen die Kurse stützen, sagte Chefstratege Luca Paolini am Dienstag in Frankfurt. Als Antrieb komme aus Bewertungssicht hinzu, dass Aktien durch das starke Ertragswachstum zuletzt an Attraktivität gewonnen hätten. Probleme jedoch könnte die schiere Größe der weltweit inzwischen getätigten Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) bereiten.

Zwar führen Paolini zufolge die massiven Ausgaben für KI und deren schrittweise Einführung in die Arbeitsabläufe der Unternehmen zu Produktivitätsschüben in der Wirtschaft insgesamt. Allerdings würden nun in den USA vor allem von den politischen Rändern aus die Rufe nach Regulierung lauter. Auch jüngere Menschen äußerten sich zunehmend skeptisch, etwa mit Blick auf die Gefährdung der Privatsphäre durch Künstliche Intelligenz.

Doch auch ein auf Hochtouren laufender KI-Investitionszyklus berge Risiken, ergänzte Frederik Ducrozet, Leiter Markoökonomisches Research bei Pictet Wealth Management. Der Experte sieht die Gefahr, dass die gigantischen Ausgaben für die Infrastruktur rund um KI die Inflation stärker steigen lassen als bislang erwartet.

Diese Befürchtung trifft auf ein Umfeld, in dem der hohe Ölpreis im Zuge des Iran-Krieges schon seine Wirkung entfaltet. Bereits jetzt neigten die großen Zentralbanken den Fachleuten zufolge dazu, ihre Geldpolitik eher zu verschärfen als zu lockern. So könnten sich die Notenbanker gezwungen sehen, die Leitzinsen früher oder öfter als bislang erwartet anzuheben. Dies wiederum würde nicht nur die Konjunktur abschwächen, sondern auch Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Anleihen unattraktiver machen.

In Zeiten steigender Inflationsrisiken suchten Anleiheinvestoren vor allem nach hohen, um die Preissteigerung bereinigten Renditen, hieß es von den Experten weiter. Dabei dürften die Anleger vor allem bei in Lokalwährung notierenden Papieren aus Lateinamerika fündig werden. Zudem seien insgesamt Unternehmensanleihen interessant, denn angesichts der immer noch sehr guten Finanzierungsbedingungen seien die Emittenten in der Regel nur gering verschuldet./la/jsl/jha/

AXC0206 2026-06-09/16:24

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